Magie und Zwischenraum

Magie findet im Zwischenraum statt

Pilze sind Zwischenweltwesen. Im Wald verbinden die Pilze die größten Lebewesen (Bäume) mit den kleinsten Dingen (Moleküle). Sie nähren die Bäume an den Wurzeln. Wenn Bäume sterben zersetzen die Pilze die Bäume wieder in Moleküle.

Da wo sich Gegensätze treffen, wo Stille auf Bewegung, Langsam auf Schnell, Potential auf Entspannung, ist die Magie. Das ist der Raum, in dem Weder-noch ist, Sowohl-als-auch gelten, wo noch nichts entschieden ist und alles offen steht.

Der Sylvesterkracher

Ein Sylvesterkracher wird an der Zündschnur gezündet. Die Zündschnur spritzt Funken und brennt in Richtung des Krachers ab. Dann verschwinden die Funken im Kracher und für einen kurzen Moment ist es ganz Still und nichts ist zu sehen. Ist der Kracher ein Blindgänger, dann passiert genau nichts. Funktioniert der Kracher, dann knallt es gleich. Es ist dieser Moment der Stille, bevor es knallt, in dem alle Aufmerksamkeit auf dem Kracher liegt. In dieser Sekunde der Stille gibt es Tausend Fragen: wann es knallt es, wie laut es knallt es, knallt es überhaupt, etc. Das ist der Moment der höchsten Aufmerksamkeit. Das ist der magische Moment.

Der Trommelwirbel

Im Zirkus wird ein Trick vorgeführt. Der spannende Augenblick ist der kurz bevor etwas passiert, bei dem im Zirkus der Trommelwirbel einsetzt.

Das Fotoshooting

Fotografen sagen auch, die Magie passiert zwischen dem Model und der Kamera. Also da, wo nichts ist, ist alles.

Zwischen Himmel und Erde

Im Schamanismus und der Naturspiritualität findet die Magie auch zwischen Himmel und Erde statt. Nicht oben nicht unten, sondern da wo oben und unten sich treffen.

Magie beim Tanzen

Wenn du aufmerksam beobachtest, wie sich Bewegung in deinem Körper entfaltet, dann merkst du eine Art Potentialaufbau und Potentialentladung. Wie beim Bogenschießen muss die Sehne erst gespannt werden, bevor der Pfeil abgeschossen werden kann. Bevor es Regnet und das Wasser ins Tal fließen kann, muss die Sonne es in die Wolken heben. Du spürst Momente, wo du Energie aufbaust und sie dann in einer Bewegung wieder entlädst. Der Moment nach Aufbau vor dem Entladen: nimm ihn wahr. Wenn du diesen Moment wahnehmen kannst, dann hast du die möglichkeit ihn hinauszuzögern. Die Kunst ist es, diesen Moment solange wie möglich hinauszuzögern ohne das die Aufmerksamkeit abreißt. Mit Magie zu spielen birgt auch ein Risiko in sich. Wenn der Spannungsbogen abreißt, ist die Magie weg, der Flow weg, die ganze Bewegung „bricht“ auseinander und verliert ihre Substanz. Das ist eben eine Kunst und ich empfehle es jedem Tänzer sich damit intensiv zu beschäftigen, denn der Moment der Magie ist in jeder Zelle bis auf die Knochen spürbar.

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