Wann bringt uns ein Tänzer zum weinen?

Es ist sicherlich jedem schon aufgefallen, dass es Tänzer gibt, die technisch auf einem hohen Niveau sind, dessen Darbietung man aber innerlich nicht fühlen kann. Es mag sein, dass der Tänzer sein Publikum mit spektakulären Einlagen beeindruckt, aber eine Relation zwischen dem Künstler und dem Publikum gibt es kaum.

Aber es gibt auch Tänzer, bei denen spürt man ganz deutlich die Spannung im Saal, allein, dass sie bloß die Bühne betreten. Sie müssen gar nichts machen und haben die volle Aufmerksamkeit des Publikums bei sich. Teilweise stehen sie „nur“ da und blicken ins Publikum und jeder spürt ein „Knistern“ in der Luft. Das sind die Tänzer, die uns zum Weinen bringen.

Die Magie passiert zwischen der Bewegung und dem Publikum

Magie passiert zwischen dem Model und dem Fotograf, dem Sehenden und dem Gesehenen, dem Tänzer und dem Publikum. Genauer gesagt passiert die Magie nicht zwischen dem Tänzer und dem Publikum, sondern zwischen der Bewegung und dem Publikum. Die Aufmerksamkeit des Tänzers befindet sich selbst im magischen Zwischenraum.

Das Ego beiseite schaffen

Der Tänzer ist ein Medium. Er vermittelt zwischen der Bewegung und dem Publikum. Der Tänzer ist selbst ein Beobachter des Geschehens. Seine Aufgabe ist es das Publikum im Bewusstsein zu haben und dem Bewegungsfluss seine Energie zu geben. Aber er trifft keine Entscheidungen. Es lässt es durch sich hindurch fließen.

Das Lauschen

Je bewusster der Tänzer seinen eigenen Movement Flow wahrnimmt, umso bewusster nimmt sie auch sein Publikum war. Der Tänzer kann sich darauf trainieren kleine Bewegungen mit äußerster Aufmerksamkeit wahrzunehmen. Er kann dabei die Bewegungen immer kleiner werden lassen. So klein, dass es zu solchen Spannungsmomenten kommt, wo die Luft im Raum knistert, obwohl der Tänzer auf der Bühne scheinbar nichts macht. Das Ziel ist es, die Spannung im Saal soweit zu erhöhen, dass da Publikum mit einem atmet.

Glaubwürdigkeit

Eine gute Performance bedeutet: Sich so real und authentisch wie möglich verhalten, in einer imaginären Situation. Was ist die imaginäre Situation in der sich ein Tänzer befindet?

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