Gegen Leistungsdruck rebellieren

Es sieht schon bisschen komisch aus was ich da mache. Es war ein Experiment. Mich störte, dass ich bei Auftritten oder Wettbewerben oft meine innere Ruhe und Klarheit verloren habe, sodass ich in Hektik und Aufregung nicht meine Skills abrufen konnte. Deshalb habe ich mich zu einem Wettbewerb angemeldet, um absichtlich den Moment um den sich alles dreht einfach an mir vorbei ziehen zu lassen. Es ist ein kleiner Kampf mit der Stimme in deinem Kopf die sagt: „Mach was, mach was, alle schauen zu!“  

Improvisation lebt vom Gespür für den Moment

Ich bin ein Freestyle Tänzer. Ich habe das Improvisieren trainiert. Anders als viele Tänzer die sich auf Choreografien spezialisiert haben, lebt die Improvisation im Augenblick. Wer improvisiert muss eine ganz feines Gespür für den Moment besitzen und ohne zu zögern eine Entscheidung treffen. Das ist eine Mischung aus einer gelernten Bewegung und dem Bauchgefühl, welches entscheidet, wann und wie die Bewegung ausgeführt wird.

Druck wird zur Hektik und die Blockiert den Flow

Wenn man dazu aufgefordert wird zu tanzen, dass kann ein Auftritt oder ein Wettbewerb sein, dann denkt man: „Oh, jetzt wollen die was tolles sehen von mir.“ Man denk also, etwas wird von einem Erwartet. Man möchte die Erwartungen nicht enttäuschen, wodurch man sich selbst unter Druck setzt. Unter Druck verkrampfen sich die Gedanken und die Seele und die „Kanäle“ durch die Spirit und Kreation fließt sind verstopft. Das nennt man in einer Prüfungssituation auch Blackout.

Shocktherapie heilt am schnellsten

Ich persönlich mag die „Shocktherapie“ am liebsten, weil sie Zeit und Energie spart. Man muss vielleicht auch der richtige Charakter dafür sein. In diesem Fall sah die „Behandlung“ so aus: Ich habe den Druck bei Wettbewerben auch immer gespürt und mich im nachhinein darüber geärgert, dass ich wieder nicht gelassen blieb und dadurch wieder nicht mein volles Potential ausschöpfen konnte. Ich wollte ja schließlich keine schlechte Figur vor dem Publikum machen. Also musste ich den Druck loswerden.

Ich habe mich zu einem Wettbewerb angemeldet, um genau jenes Scheitern zu erleben, vor dem ich immer Angst hatte. 

Ich bin schon mit der festen Absicht zu verlieren dort angetreten. Aber damit es auch etwas bringt, wollte ich richtig verlieren. Da ich Künstler bin, ist im Grunde jedes Mittel, dass mich im Gedächtnis der Menschen verankert von Nutzen – finde ich. Also dachte ich mir: Ich sprenge einfach den Rahmen der Veranstaltung, wenn ich dran bin und mache genau das Gegenteil von dem was von mir erwartet wird: Ich mache nichts. Und ich mache sowas von nichts, dass es weniger gar nicht mehr geht. Also habe ich bei meinem Auftritt vor allen Zuschauern versucht zu Meditieren.

Und es hat funktioniert. Die ersten paar Sekunden hatte ich noch einen Kampf mit mir selbst, der inneren Stimme die sagt: „Mach was! Mach was! Die Leute verstehen nicht was das soll.“ Aber danach herrscht wirklich Stille im Kopf.

Ich hab noch ein paar einfach Gesten mit den Händen gemacht und gezaubert. Aber ansonsten habe ich wirklich nichts gemacht.

Schlimmer kann es nicht werden

Man lenrnt dabei entspannt im Feuer zu stehen. Das Unterbewusstsein merkt sich das. Danach kann einen in ähnlichen Situationen nicht mehr so schnell etwas verunsichern.

Übrigens: mein Kollege David Voigt hat das auch gemacht. Auf dem Weltgrößten internationalen Tanzwettbewerb für urbane Stile „Juste Debout“ in der Kategorie Experimental. Zieht euch das mal rein:

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