Frank Lee Döllinger

„Der Typ ist verrückt.“ Das höre ich oft über mich sagen. Vielleicht ist da was dran. Vielleicht hilft mir das Tanzen mit meinem Wahnsinn und dem Wahnsinn in der Welt klar zu kommen. Ich glaube so wird generell Kunst geboren.

Ich wollte ein Breakdancer mit meiner vollig eigenen Bewegungssprache sein. Ich dachte mir: Jede Bewegung ist schön, wenn sie mit Seele gefüllt ist. Diese Qualität habe ich beim Training gesucht – 17 Jahre lang. Ich hab nicht geahnt, was ich dabei entecken werde und wohin mich das bringen wird.

Ich habe verschiedene Tanzstile trainiert und mir überall das herausgezogen, was mir gefiel und mir meine eigene Bewegungssprache zusammen gebaut. So einfach ist dieser Weg nicht, denn man geht ihn alleine. Vielleicht ist das der Grund, warum so wenige diesen Weg gehen.

Ich bin kein Guru und kein Heiliger. Ich habe auch Hunger. Was meine Person ausmacht sind vielleicht drei Dinge, die ich in mir trage: Schmerz, Neugier und Mut. Entwicklung findet außerhalb der Komfortzone statt. Der Schmerz lässt mich nirgends komfortabel werden. Fluch oder Segen? Die Neugier gibt mir Orientierung, wohin meine Reise als nächstes geht. Der Mut (vielleicht ist es Dummheit) gibt mir Kraft, um immer wieder den Sprung ins Unbekannte zu wagen. Das hat mich Grenzerfahrungen machen lassen und das mag einigen Aspekten vielleicht bewundernswert erscheinen, aber ich bin als ganzes wunderbar, scheusslich und unschuldig, wie jeder Mensch.