Gedankennotiz: Kunst und Natur

Richard Williams

Richard Williams: „Space is your collaborator.“ Tanzstudio ist künstliche Umgebung. Bewegung im Studio trainiert führt zu künstlichen Bewegungen. Bewegung wird Kunst. Der Praktizierende wird Künstler. Umkehrschluss: Wald ist natürliche Umgebung. Bewegung im Wald führt zu natürlichen Bewegungen. Bewegung wird Natur. Der Praktizierende wird Natürler(?). Wild bedeutet: mit der Natur verbunden. Wilde Bewegung. Der menschliche Bewegungsapparat in einer natürlichen Umgebung. Bewegung als Antwort auf natürliche Probleme: Fortpflanzung, Fressen, Gefressen werden.

Tanzen ist Lösung auf künstliches Problem. Gibt es Tanz ohne künstliches Problem?

Back to nature

Elemente der Natur: Stille, Pflanzen, wenige Säugetiere, viele Insekten, viele Vögel. Wetter. Temperaturveränderungen, Regen, Sonne, Mond, Sterne, Wind, Schnee. Seen, Wälder, Berge, Wüsten. Kann nicht mehr über den Boden gleiten. Brauche dicke Klamotten im Winter. Brauche Schatten eines Baumes im Sommer. Ameisen und Zecken auf dem Boden. Pilze im Herbst. Ungemütlich. Keine Stühle keine Tische keine Betten keine Wände. Musik: Vogelzwitschern, Rascheln, Zirpen, Summen.

Beobachter ist man selbst. Musik kommt von innen. Lauschen nach innen. Ganz von vorne anfangen. Basics! Aus dem Denken ins Fühlen gehen. Im Moment sein.

Natur ist Unabhängigkeit

Brauche kein Studio mehr. Kann zu jeder Zeit praktizieren. Komme in Kontakt mit Natur (Meiner eigenen Natur? Natur des Lebens?)

Trainigsjournal

  1. Test: Meditation passt. Die Stille im Wald. AUM. Unhörbare, aber fühlebare Laute. A Chi von außen über verschiedene Körperbereiche „einsaugen“. Einatmen. U Nach innen Spüren. Luftanhalten. Körperhaltung korrigieren bis wohliges Gefühl. M „collabieren“, loslassen, zurück treten, jenseits von aussen und ihnnen. Ausatmen. Manchmal bei M Sauerstoffwelle erreicht Gehirn. Gleichgewichtsverlust. Möglichkeit Ohnmächtig zu werden.

    Meditation mit Gesten unterstützen. Mit Körperhaltung unterschtützen. Mit Körperhaltung die Konzentration lenken. Vermute mit den Ursprungen des Chi Gong in kontkt gekommen zu sein. Vermute Tanzen in der Natur wird sich in Richtung Chi Gong entwickeln.

Neue Bewegungen entdecken

Was kannst du tun, um neue Bewegungen zu entdecken? Es kommt immer wieder vor, dass du eine „Schleife“ gerätst. Deine Art, wie du dich bewegst wiederholt sich ständig und du hast das Gefühl es kommt nichts neues dazu. Wenn das so ist, dann mache das:

Abstraktion

Sieh dich in deiner Umgebung um. Betrachte Objekte wie Schränke, Stühle, Bäume, Gebäude, etc. Stelle dir vor, was du siehst ist nur eine Momentaufname (Foto) von einem fließenden Prozess, von etwas das in Bewegung ist. Versuche dir Vorzustellen es ist eine riesen Party, es läuft Musik und alles tanzt. Wie bewegen sich die Objekte? Welche Körpergefühl hat diese Objekt? Dann Versuche das irgendwie in deinem Körper nachzuempfinden und in Bewegung auszudrücken. Vermutlich wirst du das Gefühl haben, dass du nur Ansatzweise das so ausdrücken kannst, wie du es dir vorstellst. Sei nicht frustiert. Jede noch so kleine neue Erfahrung ist sehr wertvoll. Es geht nicht darum eine Idee vollständig auszuarbeiten. Das kannst du später tun. Diese Übung dient nur dazu neue Türen für einen Spalt zu öffnen.

Angenommen dieses Foto wäre nur eine Momentaufname. In Wirklichkeit ist das eine Party und alle Objekte auf dem Bild tanzen durch die Gegend. Stelle dir vor es läuft Musik. Wie würden sie sich Bewegen? Welches Körpergefühl hätten sie? Stelle dir unterschiedliche Szenarien vor: Es läuft etwas Wildes (Techno/Metal). Es läuft etwas melancholisches (Chello). etc.

Handicap

Wenn du merkst, du wiederholst dich in deinen Bewegungen, dann verbiete dir einfach diese Bewegung. Angenommen und stellst fest, dass du ständig mit dem rechten Arm tanzt. Dann steckst du deine rechte Hand in die Hosentasche und hälst dich am Stoff fest, sodass sich der Arm sich nicht mehr richtig bewegen kann. Du tanz einfach weiter, aber erinnerst dich stets daran, dass du alle anderen Körperbereich bewegen darfst, außer den rechten Arm. Du kannst auch einen Schritt weiter gehen und dich darauf fokussieren, nur mit den Körperteilen/-bereichen zu tanzen, in denen du das wenigste Körpergefühl hst. Angenommen du stellst fest, dass stark im Ausdruck mit den Armen bist, aber in den Beinen kaum Feeling hast, dann nimm die Arme hinter den Rücken, greife dich selbst am Handgelenk und drücke dich nur in den Beinen aus.

Der pure Protest

Das ist eine sehr sehr wichtige und mächtige Übung! Ich empfehle dir sehr dich damit zu beschäftigen. Ich gehe davon aus, dass du dich beim Training in einer Umgebung befindest, wo du sowas machen kannst: Was sehr beim Tanzen hindert, sind Blockaden wie falsche Scham, Perfektionismus, falsche Erwartungen, Klisches, etc. Dadaurch werden ganze Bewegungswelten negativ beurteilt, bevor sie überhaupt betrachtet wurden. Riesige Mengen an möglichen Bewegungen werden nicht genutzt, wegen einer falschen Annahme. Widme dich einige Zeit lange im Training folgender Übung: Stelle dir vor es gäbe zwei Versionen von dir. Eine total freie Version und eine verklemmte Version. Versuche so hässlich wie du nur kannst zu tanzen. Einfach richtig scheiße tanzen. Stelle dir vor es würden dich Leute beobachten. Unter ihnen ist die verklemmte Version von dir. Schlüpfe in die Rolle der freien Verson von dir und versuche dich so zu bewegen, dass jeder der Zuschauer (insbesodere die verklemmte Version dir, die dir zuschaut) dich für völlig behindert hält. Versuche alles zu geben, um eine möglichst groteske, widerliche, peinliche Figur abzugeben. Fühle dich dabei komplett frei und ungehemmt. Stelle dir vor die freie Version von dir tanzt so peinlich, dass die verklemmte Version von dir sich für sie fremd schämt. Stelle dir vor wie dein freies Du damit nicht mehr aufhört und nur noch extremer wird, sodass sich im verklemmten Du sogar schon Wut und Agression gegen das freie Du regen. Der Grund warum so etwas Agression in dir erregen kann, ist weil du einem wunden Punkt in dir triffst. Es ist die Freiheit die du dir selbst verbietest. Versuche genau darauf zu zielen. Sei die perinlich tanzende Person, die die verklemmte Version von dir zum explodieren bringt. Protestiere gegen geltende Konventionen. Einfach ausgedrückt: Tanz einfach mal so scheiße wie du nur kannst. Du knackst Türen auf dabei und ganze Bewegungswelten sind wieder zugänglich. Welten die voller Schönheit und Tiefe sind.

Magie und Zwischenraum

Magie findet im Zwischenraum statt

Pilze sind Zwischenweltwesen. Im Wald verbinden die Pilze die größten Lebewesen (Bäume) mit den kleinsten Dingen (Moleküle). Sie nähren die Bäume an den Wurzeln. Wenn Bäume sterben zersetzen die Pilze die Bäume wieder in Moleküle.

Da wo sich Gegensätze treffen, wo Stille auf Bewegung, Langsam auf Schnell, Potential auf Entspannung, ist die Magie. Das ist der Raum, in dem Weder-noch ist, Sowohl-als-auch gelten, wo noch nichts entschieden ist und alles offen steht.

Der Sylvesterkracher

Ein Sylvesterkracher wird an der Zündschnur gezündet. Die Zündschnur spritzt Funken und brennt in Richtung des Krachers ab. Dann verschwinden die Funken im Kracher und für einen kurzen Moment ist es ganz Still und nichts ist zu sehen. Ist der Kracher ein Blindgänger, dann passiert genau nichts. Funktioniert der Kracher, dann knallt es gleich. Es ist dieser Moment der Stille, bevor es knallt, in dem alle Aufmerksamkeit auf dem Kracher liegt. In dieser Sekunde der Stille gibt es Tausend Fragen: wann es knallt es, wie laut es knallt es, knallt es überhaupt, etc. Das ist der Moment der höchsten Aufmerksamkeit. Das ist der magische Moment.

Der Trommelwirbel

Im Zirkus wird ein Trick vorgeführt. Der spannende Augenblick ist der kurz bevor etwas passiert, bei dem im Zirkus der Trommelwirbel einsetzt.

Das Fotoshooting

Fotografen sagen auch, die Magie passiert zwischen dem Model und der Kamera. Also da, wo nichts ist, ist alles.

Zwischen Himmel und Erde

Im Schamanismus und der Naturspiritualität findet die Magie auch zwischen Himmel und Erde statt. Nicht oben nicht unten, sondern da wo oben und unten sich treffen.

Magie beim Tanzen

Wenn du aufmerksam beobachtest, wie sich Bewegung in deinem Körper entfaltet, dann merkst du eine Art Potentialaufbau und Potentialentladung. Wie beim Bogenschießen muss die Sehne erst gespannt werden, bevor der Pfeil abgeschossen werden kann. Bevor es Regnet und das Wasser ins Tal fließen kann, muss die Sonne es in die Wolken heben. Du spürst Momente, wo du Energie aufbaust und sie dann in einer Bewegung wieder entlädst. Der Moment nach Aufbau vor dem Entladen: nimm ihn wahr. Wenn du diesen Moment wahnehmen kannst, dann hast du die möglichkeit ihn hinauszuzögern. Die Kunst ist es, diesen Moment solange wie möglich hinauszuzögern ohne das die Aufmerksamkeit abreißt. Mit Magie zu spielen birgt auch ein Risiko in sich. Wenn der Spannungsbogen abreißt, ist die Magie weg, der Flow weg, die ganze Bewegung „bricht“ auseinander und verliert ihre Substanz. Das ist eben eine Kunst und ich empfehle es jedem Tänzer sich damit intensiv zu beschäftigen, denn der Moment der Magie ist in jeder Zelle bis auf die Knochen spürbar.

Durchquerung der Wüste

Bedeutung des Symbols Wüste

Die Wüste ist ein Symbol der Einsamkeit, der Ödnis, der Leere, der Langeweile, des Reizlosen, des Unbelebten, des Hungerns, des Fastens, des erfolglosen Strebens, der Arbeit ohne Früchte, einer langanhaltenden Anstrengung ohne Resultat. Tagsüber ist es sehr heiß. Nachts ist es sehr kalt. Es ist aber auch eine Umgebung, da man mit sich alleine sein kann, zu sich finden kann, zur Ruhe kommen kann, die Verbundenheit mit dem Universum spüren kann. Es ist ein Ort der Abwesenheit menschengemachter Illusionen und Träume, ein Ort des „Aufwachens“.

Ich bin kein Bibel-Fan, aber ich benutze dieses Symbol nur, um den Gedanken anschaulicher zu machen: Laut Bibel fastet Jesus allein in der Wüste 40 Tage lang und widersteht dabei den Versuchungen des Teufels. Wie Buddhisten glauben, lebt der Teufel in den Köpfen der Menschen.

Exponentielles Wachstum

In unserer Natur wächst und schrumpft nichts linear, alles wächst und schrumpft exponentiell beziehungsweise logarithmisch. Logarithmisch ist nichts, als das Gegenteil von Exponentiell. Angenommen ich gehe ins Training für eine Stunde und in dieser Stunde lerne ich etwas. Lineares Wachstum würde bedeuten: Gehe ich für zwei Stunden ins Training, lerne doppelt so viel. Bei vier Stunden Training, lerne ich entsprechend vier Mal so viel und so weiter. Exponentielles Wachstum verhält sich anders. Man kann es sich mit einer alten Zen-Weisheit vereinfacht bildlich vorstellen: „Wasser erhitzt sich langsam und kocht plötzlich.“ Das bedeutet du gehst eine Stunde trainieren und es gibt keine sichtbaren Resultate. Du gehst 100 Stunden trainieren und es gibt immer noch keine sichtbaren Resultate. Nach der 101 Trainingsstunde beginnt es plötzlich Resultate zu geben. Die darauffolgenden Trainingseinheiten „regnet“ es Resultate. Alles, was du in angriff nimmst, gelingt dir sofort. Dein Wachstum geht durch die Decke. Alles, was du in die Hand nimmst, wird zu Gold. Es ist Erntezeit. Das ist exponentielles Wachstum.

Anfang ist Wüste

Was hat exponentielles Wachstum mit der Wüste zu tun? „Wasser erhitzt sich langsam und kocht plötzlich“, sagt eine alte Zen-Weisheit. So ist das mit dem Trainingserfolg auch. Die Anfangszeit ist warten, ausharren, weiter machen, weiter machen … Trainieren für scheinbar nichts. Es ist eine Zeit, die frustrierend ist. Du zweifelst an deinem Weg: „Gehe ich richtig? Habe ich das Zeug dazu diesen Weg zu gehen? Wie lange dauert diese Wüste noch? Ich verschwende meine Zeit.“ In dieser Zeit prüft dich das Leben, ob du es wirklich würdig bist den „heiligen Gral“ des Tanzes zu berühren. Es wird geprüft, aus welcher Motivation heraus, du dich auf den Weg gemacht hast. Machst du es, weil du Vergnügen, Ablenkung oder weil du Aufmerksamkeit suchst? Oder verspürst du einen echten inneren Ruf, eine tiefe Sehnsucht? Egal was du glaubst und dir einredest: Die Wüste kannst du nicht belügen. Welche Kraft dich wirklich treibt, wird die Wüste ans Licht bringen. Im ersten Fall wirst du aufgeben, wenn sobald es schwierig wird. Deine Motivation ist nichts weiter als Strohfeuer. Im letzten Fall kannst du gar nicht anders, als weiter gehen. Dann bist du aus echtem Holz.

„Auf die Haltung allein kommt es an. Denn nur sie allein ist von Dauer und nicht das Ziel, das nur ein Trugbild des Wanderers ist, wenn er von Grat zu Grat fortschreitet, als ob dem erreichten Ziel ein Sinn innewohnte.“
 
– Antoine de Saint-Exupéry

Ich ging auch durch die Wüste

Ich habe diese Erfahrung genau so gemacht. Es war eine harte Zeit. Ich war damals 20 Jahre alt und hatte das Verständnis, welches ich heute habe, noch nicht. Ich hatte auch niemanden, der mir gesagt hat, dass der Weg richtig ist, den ich gehe. Ich habe damals schon mehrere Jahre Breakdance gemacht und habe dabei meinen eigenen Flow entdeckt. Der Flow hat meinen Stil verändert und ihn weit weg getragen, von dem was die Szene damals unter „Breakin“ verstanden hat. Zuerst habe ich die Community verloren, die mich nicht mehr als ein Teil ihres gleichen gesehen hat. Ich hatte selbst keine Ahnung, was ich mache. Ich konnte aber nicht mehr anders, als meinem inneren Ruf zu folgen. Die Bewegungen, die aus mir heraus kamen, waren für mich wie von einem anderen Planeten. Das ging fast sieben Jahre so: Nachts im Studio in Berlin, alleine Trainieren. Nicht wissen, wohin die Reise führt. Nicht wissen, wofür ich es mache. Mit kaum jemanden konnte ich mich austauschen über die Erfahrungen, die ich machte. Und immer wieder Momente der totalen Ekstase. Trancezustände. Out-Of-Body-Erfahrungen. Gefühle. Emotionen. Die Zeit angehalten. Seiten an mir entdeckt, die ich nicht kannte. Momente die so unglaublich magisch und schön waren, dass wusste: Es ist richtig, was ich mache. Ich kann nur auf dem richtigen sein. Es gab niemanden mehr zu beeindrucken. Es gab keine Motivation, die von außen kam. Es war ganz klar: Wenn ich diesen Weg gehe, dann gehe ich ihn für mich. Diese Einsamkeit war oft nicht schön. Aber es gab immer wieder diese lichtvollen Momente, die mich noch ein Stückchen weiter gingen liesen.

Jahre später bin ich wieder aus meinem „Labor“ gekommen und habe mich in der Tanz-Szene gezeigt. Über die Jahre habe ich Halt in mir selbst gefunden. Es war mir egal, was andere über mich dachten. Ich hatte auch keine andere Wahl mehr. Zu weit war ich schon gegangen, als dass ich umkehren hätte können. Ich war das, was aus mir geworden ist. Plötzlich kehrte sich alles um. Andere haben in meiner Art, wie ich mich bewegte, in meiner Präsenz, in meinen Augen die Reife gesehen, die ich auf meinem Weg erlangt habe. Ich war ein echter Künstler. Ich war ein Original. Darum geht es in der Kunst. Die anderen blieben Kopien von Kopien. Seither begegnen die Menschen mir mit Respekt. Die darauf folgenden Jahre waren Erfolge nach Erfolgen. Sehr viele Türen gingen auf. Ich war in der Liga der „Echten“ angekommen. Ich hatte mir das verdient.

Diesen Weg gehe ich immer noch und werde ihn weiter gehen. Vielleicht tauche ich unter und ziehe mich aus der Öffentlichkeit zurück. Doch habe ich nicht vor mich davor zu scheuen, Mut zu haben und mich in unbekannte Territorien vorzuwagen. Ich höre den inneren Ruf immer noch und ich folge ihm mehr den je. Ich bin bereit diesem Ruf bis zum Ende folgen. Auch wenn ich mich oft selbst nicht mag, der Quelle gegenüber ist meine Liebe bedingungslos.

Zombie-Mode On

Reinhold Messner, der berühmte extrem Bergsteiger sagte sowas wie: „Dort oben auf dem Berg ist die Luft so dünn, dass du nicht mehr klar denken kannst. Du wirst zu einem Zombie. Du bist schon lange unterwegs und das Ziel scheint mit jedem Schritt weiter in die Ferne zu rücken. An den Gipfel kannst du nicht mehr denken. Alles worauf sich deine Aufmerksamkeit fokussiert ist der nächste Schritt. Du denkst nicht mehr ans ankommen. Du gehst nur noch weiter.“ Der Satz ist bekannt und doch so schwer für das Gehirn zu akzeptieren: „Der Weg ist das Ziel.“ Wenn du im Training an einen Punkt kommst, wo sich nichts tut: Dran bleiben, weiter trainieren, nicht weiter, als an den nächsten Schritt denken, „austrocknen“, „auf dem Zahnfleisch gehen“, sich voranschleppen, kämpfen …

Nicht mit dem Kopf gegen die Wand gehen

Das blöde ist: Es kann auch sein, dass man keine Resultate aus dem Training hat, weil man einfach falsch trainiert. Man hat seinen Fokus falsch gesetzt und macht immer wieder denselben Fehler. Wenn man dann denkt: „Einfach dran bleiben! Nicht Aufgeben! … “ dann versucht man durch eine Tür zu gehen, die nicht existiert. Ich komme selbst immer wieder an diesen Punkt, wo ich zweifle, ob ich nur in eine neue exponentielle Lernkurve geraten bin und Geduld brauche; oder ob ich nicht schlichtweg nur zu blöd bin.

Orientierunslos irgendwo im nirendwo

Wenn du im Training hängen bleibst, aber ein Idee hast, woran es liegen könnte, dann kannst du dich da hinarbeiten. Schwierig wird es, wenn du keine Ahnung hast, was du bräuchtest, um weiterzukommen. Dann machst du dich auf die Suche, ohne zu wissen wonach du überhaupt suchen sollst.

Die Brute-Force Methode

Ich wünschte, ich hätte eine Lösung hier zu bieten, aber das habe ich nicht. Ich hänge selbst immer wieder in so einer Situation fest und weiß nicht was ich machen soll. Im groben gehe ich das dann so an: Zuerst denke ich darüber nach, woran es liegen könnte, welche Parameter ich verändern könnte, wo ich noch nicht „nachgeschaut“ habe, welche Bewegung ich noch nicht gemacht habe, welches Körperteil ich noch nicht studiert habe, welche innere Haltung ich noch nicht eingenommen habe, etc. … Dann teste ich alles durch. Wenn das nicht hilft, dann frage ich andere Menschen, andere Künstler, andere Tänzer. Dann recherchiere ich im Internet, schaue mir Videos an. Ich lese Bücher. Wenn das nichts bringt, dann versuche ich alles zu vergessen und fange nochmal komplett von vorne an. Und wenn das nicht hilft, mache ich einfach irgendwelche Sachen, die mir gerade in den Sinn kommen und hoffe dabei das der liebe Gott sieht wie sehr sich der kleine Frank bemüht und ihn weiter kommen lässt. Ich versuche alles zu geben, um irgendwie weiter zu kommen. Das kann sich über sehr viele Trainingseinheiten ziehen. Ich komme vielleicht nie zum gewünschten Ergebnis, aber ich habe auf dem Weg eine Menge anderer Sachen gelernt.

Worum gehts es wirklich

Lohnt es sich, diesen harten, schweren Weg zu gehen, um zu tanzen? Ich kann das nicht in einem Text mit Worten erklären. Niemand hat gesehen, was ich gesehen habe. Niemand hat erlebt, was ich erlebt habe. Das war meine Reise und diese Geschichte trage ich nur in mir. Dieser Weg hat mich das Leben zu tiefst in mir spüren lassen. Es hat mein Leben mit Inhalt gefüllt. Mit Inhalt meine ich nicht, dass es ausreichend Beschäftigung und Erlebnisse gibt. Mit Inhalt meine ich das Gegenteil von dem, was viele Menschen, die diesen Inhalt nicht haben, mit innerer Leere bezeichnen. Ich habe das Leben in jeder Sekunde in jeder meiner Zellen gespürt. Ich habe jede Sekunde das Gefühl, dass es etwas größeres als mich gibt, dass mich begleitet und führt. Ich hab meine Existenz gemocht. Lohnt „es“ sich? „Es“ ist der Weg! Der Weg ist die Magie an dem ganzen. Nicht das tanzen, nicht die Moves, nicht die Auftritte sind es. Das tanzen ist nur der Fixstern am Himmel, an dem du dich während deiner Reise immer orientieren kannst. Es ist aber die Wüste, das Gehen selbst, das Weitermachen, Sterben und Wiederauferstehen worum es geht. Ja, dafür lohnt es sich sein Leben zu geben, weil es ohne das kein Leben gibt.

Die Wüste ist voller Leben

Was möchte ich damit sagen? Die Wüste ist alles andere als leer. Du trainierst und bekommst nicht die Resultate, die du dir wünscht. Du bekommst aber die Resultate, die gut für dich sind. Vielleicht kommt uns manches wie leer und wüst vor, weil wir unseren Fokus auf etwas gerichtet haben, was nicht da ist, weshalb wir blind sind für die Schätze, die da sind. Vielleicht ist es unsere Vorstellung, von dem was wir durch unser Training erwarten der Grund, warum wir denken, wir kämen nicht weiter, obwohl wir es tun.

Wie komme ich in den Flow?

In den Flow kommst du, wenn du über deine Bewegungen nicht nachdenkst und dich völlig der Bewegung, die sich durch dich ausdrücken will, hingibst. Dein „Ich“ löst sich auf. Der Flow ist am besten als eigenständiges Lebewesen zu betrachten. Etwas scheinbar fremdes oder höheres bewegt deinen Körper. Du stellst deinen Körper als Kanal (Channel)/Medium dem Flow zur Verfügung. Du wirst die Bewegung und die Musik. Deine Aufmerksamkeit ist absolut im Jetzt. Man könnte es als bewegte Leere beschreiben. Durch die völlige Hingabe kannst du Ekstase erreichen. Was Flow wirklich ist, ist nicht mit Worten zu beschreiben.

Der Flow ist ein eigenständiges Lebewesen

Mir hat sich der Flow wie eine eigentständiges Lebewesen gezeigt, eigensinnig wie eine Katze. Er ist zu Beginn wie eine fremde Katze, die dir auf der Straße begenet. Du kannst sie nicht zu dir her befehlen. Du kannst den Flow nicht erzwingen! Du kannst dich nur sanft und geduldig anbieten. Der Flow ist zu Beginn zart und scheu. Deshalb musst du behutsam und aufmerksam mit dem Kontakt umgehen. Du musst still und leise werden, um mit ihm zu kommunizieren. Wenn der Flow dir vertraut, dann kommt er zu dir und lässt sich berühren. Je mehr gegenseitiges Vertrauen besteht, je mehr ihr euch gegenseitig kennen lernt, umso intensiver wird der Kontakt. Mit der Zeit wird aus der Katze ein Tiger und du kannst auf ihm durchs Feuer reiten. Der Flow lässt sich immer leichter herbei rufen und er kann dich Trance bringen. Du wirst den Flow immer wieder finden und verlieren. Je öfters mit dem Flow arbeitest, umso länger und intensiver sind die Phasen des Flows. Das schöne ist: Die Fähigkeit in den Flow zu kommen (finde ich) ist wie Fahrradfahren: Man verlernt es nicht mehr.

Es gibt verschiedene Flows

Je nach dem in welchen Flow du dich einstimmst, kommen andere Bewegungen raus. Chi Gong, Kung-Fu, Krumping, Feldenkrais, Breakin, Popping, etc. haben verschiedene Movement Flows.

Es gibt Menschen die können Sprechflows oder Schreibflows erzeugen. Das nennen manche dann „Channeling“ oder „Automatic Writing“. Was gesprochen oder geschrieben wird, macht den Anschein, es handelt sich um Wesen aus einer anderen Welt mit ihren ganz eigenen typischen Charaktereigenschaften. Diesen Wesen sind so eigenartig, dass man ihnen sogar Namen geben kann. Ob das jetzt Sprechen, Schreiben oder Tanzen ist: Wie ich beits sagte, Flow ist ein Lebewesen für sich.

Die Message des Flows ist Selbstausdruck

Es heißt ja, die Seele will sich selbst ausdrücken. Genau das passiert bei Flow Movement. Darüber, was die Seele da ausdrückt, werde ich ein eigenes Kapitel schreiben. Die Seele muss sich ausdrücken können, sonst verkümmert sie in dir und damit verkümmerst du.

Der Flow ist immer da

Der Flow lebt in dir und ist in jedem Augenblick in dir lebendig. Ob er sich durch dir ausdrückt hängt nur davon ab, ob du dem Flow aufmerksamkeit schenkst und ihm deinen Körper leihst, um sich auszudrücken. Es braucht nur Körperwahrnehmung und einen Raum zum Bewegen.

Flow ist irgendwie reflexartig

Sicher ist die medizinisch-biologische Definition eines Reflexes anders als das was einen Flow auszeichnet. Aber vom Gefühl ähnelt sich das. Es ist eine Beweung die passiert ohne das du dir das vorher überlegt hast.

Zum Flow braucht es Mut zur Hingabe

Flow braucht Hingabe. Geh in die innere Haltung: „Nicht mein Wille, sonder dein Wille geschehe.“ Es braucht Mut dafür, weil der Flow dich in Bewegungen und inneren Zuständen führt, die dir unbekannt sind. Dann kommt erst man die Angst vor dem Unbekannten. Hier brauchst du Mut um dem Flow zu Vertrauen. Es ist ein Weg der dich zu einem anderen Menschen macht, denn das Ziel ist die bedingungslose Hingabe. Und die bedingungslose Hingabe führt dich direkt zur Mutter aller Ängste.

Kontolle kommt vom Vergleich

Hingabe bedeutet aufzuhören etwas Kontrollieren zu wollen. Kontrolle ist ein Mechanismus des Vergleichs des Ist-Zustandes mit dem Soll-Zustandes. Der Soll-Zustand, die Referenz, das Ideal, der Traum, die Vision, wie tanzen die anderen, was ist cool und was nicht, irgend etwas auf das du dich zubewegen willst… Weg damit! Der Vergleich trennt dich von der Quelle. Der Vergleich hält dich davon ab deine wahre ur-eigene Bewegungs-Signatur zu entfalten. Du verlierst Energie und deine Aufmerksamkeit, für etwas, dass in der „Ferne“ liegt und verpasst dabei dich selbst. Finde einen Weg beim Tanzen das Streben, die Gier, das Verlangen nach etwas zu beenden und du bekommst die Wahrnehmung auf und die Energie für die Bewegung die gerade wirklich lebendig ist. Der Fokus auf das Jetzt und die Energie, die darauf gebündelt wird, transformiert den Augenblick. Diese kontinuierliche Transformation des Augenblicks ist der Flow. Das ist eine wichtige Vorraussetzung, um in den Flow zu kommen.

Autoritäten nicht akzeptieren

Es darf für dich keine Autorität, keine Person, kein Guru oder Instanz geben, die Maßstäbe für dich gesetzt hat. In diesem Fall darf es nicht einmal ein Konzept geben, dem du beim Tanzen entsprechen musst. Wenn dich autoritäre Energien beeinflussen, hast du keinen frieden du selbst zu sein. Du hast auch keinen Frieden vorurteilsfrei zu beobachten, was geschieht. Autorität kommt von „Urheber“ – der Autor. Du musst so stark sein dich selbst zur Autorität zu erheben und das Werk zu erschaffen. Zwinge das nicht anderen Menschen auf. Das ist etwas, dass du mit dir selbst ausmachst. Es gibt niemanden der dich leitet oder der dir deinen Fortschritt bestätigt. Du musst den Weg vollständig alleine gehen. Auch was du hier erfährst, darf für dich nicht mehr als Inspiration sein.

Keine Vorstellung haben vom Flow

Wenn du ein Bild oder eine Vorstellung hast wie der Flow sein könnte, wenn du eine Vorstellung hast, wie es sich anfühlt, welche Bewegungen gemacht werden, ein Motiv, etc, dann ist deine Wahrnehmung für das was der Flow wirklich ist schon eingeschränkt. Der Flow ist etwas Ganzheitliches. Dein Körper wird sich als ein Ganzes bewegen. Wenn du beginnst den Flow in Fragmenten zu studieren, dann wirst du nur Fragmentierte Antworten bekommen. Du musst die innere Haltung haben, wie ein weißes unbeschriebenes Blatt Papier an das Studium des Flows heran zu gehen, ohne Motiv, ohne Richtung. Der Wahrnehmung dann kannst du den Flow als ganzes Erfahren.

Flow ist ein Prozess des Erinnerns

Auch wenn ich vorher schrieb, der Flow weißt in die Zukunft (der Flow kennt den nächsten Schritt), ist Flow etwas dass wir schon immer in uns tragen. Wir haben nur mit der Zeit gelernt, dem Flow nicht zu folgen. Wir haben gelernt innere Impulse zu unterdrücken oder ihre Richtung willentlich zu manipulieren. Flow erfahren zu wollen bedeutet sich zu erinnern.

Der Flow weist in die Zunkunft und wird im Jetzt beobachet und ausgedrückt

Du richtest deine Aufmerksamkeit auf das Jetzt. Du denkst nicht über die Vergangenheit nach und wie du dich bisher bewegt hast. Du denkst nicht über die Zukunft nach und wie die dich bewegen möchtest. Du bist nur im Hier und Jetzt und richtest deine Aufmerksamkeit auf dein Körpergefühl und dem inneren Impuls dich irgendwo hin zu bewegen. Der Flow ist weißt in die Zukunft, er kennt den die nächste Bewegung. Es fühlt sich an wie ein Hund der an der Leine zieht. Du folgst.

Flow ist nur eine Tendenz

Der Flow gibt dir in der Regel keine exacten Bewegungsrichtungen vor. Es handelt sich meistens mehr um Tendenzen. Der Flow gibt dir nicht mehr Information, als das du eine Ahnung hast, wo es hingehen könnte. Allerdings sind die wenigen Informationen immer ausreichend, damit du den „Auftrag“ verstehst.

Wissen verleitet zum Zweifel

Um den Flow zu erfahren musst du völlig offen und unvoreingenommen sein. Sobald du versucht Kontrolle darüber zu bekommen in dem du versuchst etwas zu Wissen, wirst du bei unerwarteten Erfahrungen in den Zweifel geraten. Der Zweifel trennt dich vom Flow. Wisse nichts wenn du in den Flow gehst und er wird sich dir vollständig offenbaren.

Was ist Schönheit?

Proportionen? Harmonie? Ist es etwas subjektives oder objektives? Etwas individuelles? Ist es etwas in der Außenwelt? Wenn wir beispielsweise ein Bild betrachten, dann urteilen wir darüber, ob es unseren Wertvorstellungen entspricht oder nicht. Wir fällen ein Urteil darüber ob es schön ist oder nicht. Das Urteilen lässt vermuten, dass es das nicht sein kann. Schönheit ist etwas nicht in Worte zu fassendes nur erfahrbares. Wir haben dieses Erfahrung, wenn uns dem Flow hingegeben haben und uns darin völlig auflösen. Diese Empfindung haben wir auch, wenn wir Tänzer, Musiker, Künstler beobachten, wie sie sich ihrer Kunst völlig hingegeben haben.

Denken trennt dich vom Flow

Um in den Movement-Flow zu kommen musst du einen Weg finden, das Denken aus der Bewegung zu heraus zu nehmen. Das Denken versucht immer wieder Kontrolle darüber zu gewinnen, wie du dich bewegst und es trennt dich vom Flow.

Die Stimme in deinem Kopf bist nicht du

Die Stimme in deinem Kopf, der Denker, der Kommentator, bist nicht du. Es ist das Gedankenkonstruckt namens Ego. Das Ego kommentiert als Stimme in deinem Kopf auch die Art wie du dich bewegst. Es mischt sich als überwiegend rational arbeitende Instanz in einen überwiegend irrational creativen Prozess ein. Da gehört es nicht hin. Denken ist beim Flow-Movement eher hinderlich.

Hör nicht auf die Stimme in deinem Kopf

Es kommt dir vor als würdest „Du“ ständig vor dir selbst kommentieren und bewerten wie du dich bewegst. Die meisten Kommentare kommen als scheinbar gut gemeinte Ratschläge daher.: „Die Bewegung sieht anders besser aus. Das kanns du nicht, mach das nicht. Das steht dir nicht. Das sieht affig aus. Ich hab mal gehört das ist ungesund. Wow, das war eine schöne Bewegung! Ich bin nicht so gelenkig. Ich kann nicht tanzen (der schwachsinnigste aller Glaubensätze).“ Finde einen Weg, der Stimme ihren Einfluss auf deine Bewegungen zu nehmen.

Auch positive Bewertung ist nicht gut

In Grunde darf man sich auch nicht drüber freuen, dass man etwas überraschend schönes gemacht hat. Das holt einen auch aus dem Flow. Mir ist das oft passiert, dass ich etwas gemacht habe, was mich sehr positiv überrascht hat. In dem Moment wo ich das Gedacht habe, hatte mich das auch aus dem Flow geholt. Genau genommen, sollte man gar nichts mehr mitbekommen. Ja das ist ein kleiner Ego-Tod.

Blackouts

Du musst sehr achtsam sein, um mit zu bekommen, wenn das Denken den Kurs deiner Bewegung verändert. Es ist ein Augenblick in dem du spüren kannst, das du vom Flow getrennt wurdest. Du kannst wahrnehmen wie du dich plötzlich umentscheidest und eine andere Bewegung machst, als die, die ohne „Eingriff“ geschehen wäre. Das sind kurze Blackouts, wo dein Bewusstsein einschläft und der Verstand die Kontrolle übernimmt. Das bekommt man meistens erst mit wenn es vorbei ist. Aber es ist jederzeit Möglich wieder in den Flow zurück zu kehren und weiter zu machen, aber dieser eine eine verpasste Moment ist weg. Es ist nicht mehr möglich die Bewegung zu wiederholen, um zum verganenen Flow zurück zu kehren.

Das Denken hält dich in der Komfortzone

Das Denken möchte dich vor Gefahr schützen. Es versucht dich in „Sicherheit“ zu bringen, in dem es dich vor unbekanntem „Terrain“ fern hält. Beim Tanzen sind es unbekannte Emotionen, unbekannte Gefühle, unbekannte Bewegungen, etc. Da wir auch die Trance und Ekstase nicht kennen, lässt es uns auch da nicht gerne hin. Das Denken hält dich vor dem Sprung ins Unbekannte ab. Es hält dich in der sicheren Komfortzone, also da wo kein Wachstum passieren kann. Das Unbekannte und Unsichere sind Eigenschaften des Lebens selbst. Du musst immer wieder Mut aufbringen ins unheimliche, unbekannte, unsichere zugehen.

Das Denken wiederholt Bewegungen

Das Denken hat das Bestreben zu wiederholen, einen einmal gegangenen Weg noch Mal zu gehen. Das Denken arbeitet mit der Wissen der Vergangenheit. Das passiert auch mit Bewegungen. Wenn sich der Verstand eine Bewegung gemerkt hat bietet er sie dir immer wieder als Lösung an. Das kann dazu führen, dass du dich in bestimmten Bewegungs-Mustern ständig verfängst. Du hängst du dann in einer Schleife fest. Deine Aufmerksamkeit lebt nun in der Vergangenheit und „du schläfst“ ein. Du machst dann Stunden, Monate, vielleicht Jahre immer die selben Moves. Es gibt Übungen, um da raus wieder aufzuwachen.

Das Denken treibt

Um mit dem Flow in Kontakt zu kommen brauchst du den Frieden den Augenblick wahrzunehmen und zu beobachten. Da Denken drängt aber zu Leisung: „Mach was. Streng dich an. Mach es besser.“ Beobachte ob dein Denken dich unter Druck setzt. Finde einen Weg von diesem Leistungsdruck weg zu kommen.

Wie komme ich am Denken vorbei?

Halte die Aufmerksamkeit stets beim Körpergefühl

Du musst deine Aufmerksamkeit bei der Körperwahrnehmung halten. Das zieht die Aufmerksamkeit von den Gedanken aus dem Kopf hinunter in den Körper. Spüre immer in deinen Körper hinein. Bewege dich. Nimm jedes noch so kleine Signal aus deinem Körper wahr. Untersuche es. Geh näher dran. Bewege dich wieder. Bekomme alles mit, was sich in deinem Körper regt. Versuche immer nur zu fühlen. Fühlen, Fühlen, Fühlen und wenn du ins Grübeln kommst, dann richte deine Aufmerksamkeit wieder auf das Fühlen. Folge nicht den Signalen die von „oben“ aus dem Kopf kommen. Folgen den Signalen die von „unten“ aus dem Körper hochsteigen. Wenn du Meditationserfahrung hast, dann hilft dir das hier.

Höre gute Musik

Musik bringt dich auch ins spüren. Höre einfach gute Musik. Es ist egal was du hörst, hauptsache es brührt dich irgendwie. Ich lasse mich gerne auf Rhythmen ein. Gute Rhythmen können hypnotisieren. Oder ich höre etwas, dass mich innerlich zum dahinschmelzen bringt – Musik mit Chello, Piano und Gesang bewirkt sowas bei mir.

Überwinde deine Angst vor dem Unbekannten

Die Brecheisen-Methode

Ich habe mit der Brecheisen-Methode die besten Erfolge gehabt. Wenn ich eine Angst in mir Entdecke, dann versuche ich zu verstehen wovor genau ich Angst habe. Wenn ich weiß wovor ich Angst habe, dann analysiere ich das tatsächliche Gefahrenpotential. Da die meisten Ängste nur Hingespinnste und weder Leib und Seele in Gefahr sind, verwende ich einen einfachen Trick: Ich gehe sterben. Beispiel: Ich stand bei Tanz-Wettbewerben immer unter Druck und konnte meine Leistung nicht abrufen, weil ich Angst hatte schlecht zu tanzen und mich lächerlich zu machen. Daraufhin habe ich an Tanz-Wettbewerben teilgenommen mit der Absicht genau dieses Horror-Szenario eintreten zu lassen. Ich hatte meinen Auftritt und ich habe versagt so gut ich nur konnte. Ich ging eine Minute durch die Hölle. Ein paar Zuschauer die mich kannten fanden es lustig. Der Rest hatte mich vergessen. Ich war für immer geheilt. Jetzt ist habe ich den Druck nicht mehr, weil schlimmer als das kann es ja nicht mehr werden. Du kannst viele Ängste schnell loswerden, in dem du direkt auf sie zugehst. Viele Ängste schützen dich vor keiner tatsächlichen Gefahr. Sie lassen dich aber Todesangst spüren. Machne haben Todesangst vor Spinnen. Manche haben Todesangst auf hohen Brücken. Ich hatte Todesangst vor der Liebe. Was ich damit sagen will: Wenn du Angst hast, pack deinen Mut zusammen und geh sterben.

„To be fully alive, fully human, and completely awake is to be continually thrown out of the nest. To live fully is to be always in no-man’s-land, to experience each moment as completely new and fresh. To live is to be willing to die over and over again.

– Pema Chodron

Ganz ohne Denken geht es nicht

Jiddu Krishnamurti hat sowas gesagt wie: Im Grunde basiert Meditation auch auf einem Gedanken. Einem Gedanken, der alle anderen Gedanken dominiert und verdrängt. Auch das Nicht-Denken ist das Werk eines Gedankes.

Du wirst beim Flown immer wieder dich an deine Flow „Aufgabe“ zurück erinnern müssen. Deine Gedanken lenken die Aufmerksamkeit weg von anderen Gedanken. Das ist schwer zu erklären, aber es ist ein Geschicktes Spiel zwischen Denken, nicht Denken, Hingabe, Kontrolle, usw. Aber keine Sorge, das kriegt man hin.

Optimale Rahmenbedingungen um zu sterben

Meditieren Geist beruhigen

Zu Beginn solltest du erst Mal mental dich auf den Flow vorbereiten. Es gibt unzählige Methoden, wie du innerlich zur Ruhe kommen kannst. Wenn du innerlich aufgewühlt bist, dann kann es schwer werden, den Flow zu erspüren.

Ein störungsfreier Raum

Du brauchst einen geschützen Raum in dem du dich fallen lassen kannst, ohne das dich jemand dabei stört. Es ist schwer in die Tiefe zu gehen, wenn du ständig heraus gerissen wist. Beispielsweise durch: Klingeldes Telefon, Kinder die an deiner Aufmerksamkeit ziehen, vorbeilaufende Menschen, ungebetene Zuschauer, etc. Du solltest Gewissheit haben, dass du für die nächsten Stunden ungestört experimentieren kannst.

Ausreichend Trainingszeit

Um in die Tiefe zu kommen, brauchst du Zeit, um dich einzustimmen. Wenn du vertieft bist, dann brauchst du Zeit und die Welt zu erkunden. Um entspannt wieder zurück zu kehren, brauchst du auch Zeit. Wenn du aus Zeitgründen aus deinem Prozess herausgerissen wirst, ist es wie wenn du im Radio deinen Lieblings-Song hörst und er an seiner besten Stelle von Werbung unterbrochen wird. Da wir ohne Einfluss von bewusstseinsverändernden Substanzen arbeiten, ist das nicht gefährlich, aber es fühlt sich ekelhaft an. Es gibt Tage da bin ich nach wenigen Minuten schon „drin“ und Tage wo ich Stunden brauche. Manchmal klappt es überhaupt nicht. Ich empfehle grob ein Zeitfenster von drei Stunden fürs Training. Ich hatte viele Jahre den Luxus meine Sessions Open-End zu gestalten. Ich habe um 21 Uhr angefangen und gemacht bis nichts mehr ging.