Gedankennotiz: Ich bin blind

Ich sehe: Alle Menschen um mich herum sind blind. Ich bin der einzige, der es richtig macht.

Das kann ich sehen und ich weiß, es ist nicht wahr.

Einen Tag zu erleben ist ein Wunder. Atmen ist ein Wunder. Sehen ist ein Wunder. Einen Körper zu haben ist ein Wunder.

Ich weiß es ist wahr, aber ich kann es nicht sehen.

Ich sehe was nicht wahr ist aber sehe nicht was wahr ist.

Wieso ist das so? Würde ich die Wahrheit denn nicht ertragen?

Vielleicht weil sie so unglaublich schön und grausam zugleich ist?

Könnte ich die Spannung dieser Polarität nicht ertragen?

Wo sind meine Augen?

Gedankennotiz: Liebe ist Reinigung

Wir glauben: Liebe ist etwas Schönes. Wenn Menschen sich lieben, dann geben sie sich einander ein gutes Gefühl. Die Liebe basiert auf gegenseitiger Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Das stimmt halbwegs. Liebe ist vor allem Erkenntnis. Erkenntnis des Selbst im Anderen. Das setzt Selbstkenntnis voraus und die ist meistens ohne ein jahrzehntelanges Bemühen um Selbstreflexion nicht gegeben. Da wo Selbstkenntnis fehlt, führt Liebe früher oder später in die Hölle.

Liebe reinigt von Unaufmerksamkeit, Unkenntnis und Täuschung. So eine Reinigung kann sehr schmerzhaft sein, weshalb die Liebe auch von vielen Gefürchtet wird.

Liebe ist jenseits der Dualität

Liebe ist weder gut noch böse, weder schön noch hässlich. Liebe ist außerhalb der Dualität. Liebe ist weder-noch und sowohl-als-auch. Liebe ist einfach nur „wahr“. Was Wahrheit ist, dass (finde ich) hat indische Spiritualität fast bis auf den Punkt gebracht.

Von allen Lektüren, die ich zum Zwecke der (Selbst-)Erkenntnis jemals in meinem Leben gelesen habe, waren es die 5000 Jahre alten „Upanischaden“, bei denen mir ein „Licht“ auf ging. (Sehr) vereinfacht ausgedrückt steht in den Upanischaden: Das punktförmige Ding, dass hinter deinen Augen sitzt und das Treiben der Welt durch deine Augen beobachtet, das ist dein wahres Selbst. Das, was du über dich selbst denkst, das bist du nicht.

Jeder Mensch trägt das volle Spektrum menschlicher Eigenschaften in sich. Jeder Mensch trägt das Potenzial zum Adolf Hitler und zur Mutter Theresa in sich. Die Frage ist nur, welche Qualitäten lebt ein Mensch aus. Vieles was wir Leben ist Situationsabhängig. Aus reiner Furcht können die liebevollsten Menschen zu den grauenhaftesten Handlungen fähig werden. Das an sich selbst erkannt zu haben, ist Selbsterkenntnis.

Wer sich für den Pfad der Liebe entscheidet, wird gereinigt von den Lügen, die er über sich und die Welt glaubt.

Fehlerhafte Gedankenmuster und falsche Glaubenssätze äußern sich als Ablehnung – Ablehnung von sich selbst und von anderen. Wenn man seinen Weg alleine geht, kann man Wege finden, seine Stärken zu leben und seine Schwächen nicht wirksam werden zu lassen. Was man nicht mag, dem geht man aus dem Weg. In einer Beziehung, sei es zu einer anderen Person, zu sich selbst oder zur Welt, wird das gesamte Spektrum des gedachten und geglaubten Selbstbildes sichtbar. Ausweichen ist in einer Beziehung nicht möglich.

Es gibt menschliche Eigenschaften, die wir Ablehnen: Dummheit, Faulheit, Zorn, etc. Es ist uns zuwider zuerkennen, dass wir sie alle in uns tragen. Unser Selbstbild ist deshalb nicht vollständig oder einfach „geschönt“ – es ist nicht „wahr.“ Jeder kennt einen Menschen, der sich selbst für herzlichsten und schlausten Menschen hält, aber nicht sieht, wie skrupellos und dumm er sich oft verhalt. Genauso wenig wollen wir erkennen, wie oft wir selbst genau dieser dumme Mensch sind. Das Gleiche gilt auch umgekehrt. Wenn wir in Ehrfurcht vor der Großartigkeit eines Menschen ein Gefühl von Minderwertigkeit bekommen, dann nur, weil wir unsere eigene Großartigkeit nicht erkannt haben.

Liebe ist Selbsterkenntnis und die ist ein schmerzhafter Prozess, weil dafür immer wieder ein unvollständiges Selbst-/Weltbild zusammen brechen und korrigiert aufgebaut werden muss.

Ignoranz ist Betäubung

Oft fehlen die Kapazitäten, um den schweren Prozess der Selbsterkenntnis durchzustehen. Dann wird meistens die Kraft der Ignoranz angewendet, sodass man zwar physisch noch in Reichweite, aber innerlich voneinander getrennt ist. Es gibt Situationen, da ist Ignoranz das einzige zur Verfügung stehende Mittel, um äußerlich Ruhe zu bewahren. Ignoranz ist das absichtliche nicht zur Kenntnis nehmen von etwas oder jemandem und es macht auf Dauer krank. Selbsterkenntnis – sich selbst im anderen erkennen – wäre da die wahre Lösung.

In einer Paarbeziehung kommt es auf die Bereitschaft zur Selbsterkenntnis beider Seiten an. Wenn sich auch nur einer der beiden Parteien dazu entscheidet, sich zu einem bestimmten Thema ignorant zu verhalten, dann ist ein gemeinsames Fortkommen an diesem Punkt nicht möglich. Bezüglich dieses Themas bleibt das Paar getrennt. Der gleiche Prozess findet auch innerhalb einer Person statt. Man will etwas nicht an sich wahrhaben und igoriert es. Man spaltet sich innerlich.

Wie mit allen Betäubungsmitteln besteht bei der Ignoranz die Gefahr der Versuchung. Wenn man es einmal zulässt, ist es wahrscheinlich es weitere Male zuzulassen. Ohne das man es bemerkt, akkumuliert sich alles was ignoriert wird, bis man irgendwann im Grunde gar keinen echten Kontakt mehr zu dem anderen Menschen oder zu sich selbst hat.

Übersteigt die Ignoranz ein gewisses Niveau, dann muss nachgeholfen werden. Der Berg an all dem, was man nicht lieben möchte oder kann, ist so groß geworden, dass neue Strategien angewendet werden müssen, um sich nicht damit auseinander setzen zu müssen.

Dann muss man die Betäubung verstärken mit Rauschmitteln wie Alkohol, Marihuana, Schmerztabletten, Antidepressiva, etc. Man kann sich auch ins zwanghafte Tun flüchten, wie Putzen, Trainieren oder Computer Spiele spielen.

Gedankennotiz: Mut, Hingabe und Angst

Wer sich einmal Hingegeben hat, der öffnet den Kanal zu seiner inneren Wahrheit. Der hört sich wieder. Der fühlt sich wieder. Wer dieses Gefühl auch nur ein einziges Mal erfährt wird es nie wieder vergessen können. Fortan wird dieser Mensch Wahrheit von Lüge unterscheiden können.

Der Großteil der Menschen, die zu mir kommen, für die ist das mit der Hingabe keine unüberwindbare Hürde. Manche brauchen bisschen länger, manche sind schon nach den ersten fünf Minuten der Aufwärmübung irgendwo im Nirvana unterwegs und sie haben es am liebsten, wenn ich einfach meine Klappe halte, gute Musik auflege und sie machen lasse. Aber für diesen Artikel habe ich mir Mal Gedanken um die Angst vor der Hingabe gemacht.

Denn nicht wenige Menschen haben Angst davor zu mir in den Workshop zu kommen. Für mich war das immer nicht begreiflich, aber jetzt glaube ich zu verstehen warum: Sie ahnen, dass es in meinem Workshop vor allem um eins geht: Hingabe. Und davor fürchten sie sich.

Was könnte an Hingabe abstoßend sein?

Hingabe klingt erst mal nicht besonders spektakulär, aber das ist es. Hingabe bedeutet sich etwas oder jemandem bis hin zur Ich-Vergessenheit zu widmen. Es treten Handlungen und Gefühle auf, die von der Vernunft nicht kontrolliert werden sollen oder können. Das ist die fundamentale geistige Haltung auf der meine Arbeit basiert.

Das Problem ist Folgendes: Wir sind von unserem Körper abgetrennt. Das begann unter anderem in der Schule, wo wir gezwungen wurden unseren Bewegungsdrang zu bezwingen und das reicht bis heute ins Erwachsenenalter, wo wir hauptsächlich unsere Zeit im Sitzen verbringen. Das bedeutet unsere Aufmerksamkeit befindet sich nur im Kopf. Wir sind nicht im Herzen. Ab Hals abwärts ist alles ein Fremdkörper.

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wenn wir immer nur im Kopf sind, dann ist all unsere Lebensenergie im Denken. Wir kennen keine andere Realität als die Gedachte oder die durchs Denken begreifbare. Unser Leben findet in Gedanken statt. Wir glauben wir sind unsere Gedanken. Wir identifizieren uns mit dem, was wir über uns denken. Viele von uns können gar nichts mehr fühlen. Descartes hat gesagt: „Ich denke, also bin ich.“ Hätte er mal mehr getanzt, dann würde er sagen können: „Ich fühle, also bin ich.“ Wer meditiert, der weiß, dass weder Fühlen noch Denken notwendig sind, um zu sein: „Auch ohne Denken und Fühlen bin ich.“

Die Konsequenz für uns ist daraus, dass wir glauben, wir hörten auf zu existieren, wenn wir nicht denken.

Hingabe ist also für den unwissenden Geist der Tod des „Ich“. An der Wurzel der Furcht vor der Hingabe sitzt wie immer die Mutter aller Ängste: die Todesangst.

Manchmal kommen Menschen zu mir die irgendwie (so sagen sie es selbt) „am Ende von irgendwas angekommen“ sind. Sie sagen, sie befinden sich einer großen Umbruchsphase in ihrem Leben. Eine Phase in der alles neu Arrangiert wird und sie spüren, dass sie ihrem neuen Leben etwas hinzufügen wollen, was sie tief in ihrem Inneren vergraben haben. Sie sind müde, das was im „Schattenraum“ gefangen gehalten wird und immer heftiger „von unten“ ins Bewusstsein drängt weiterhin unter kontrolle halten zu müssen. Das, was da von unten an die Tür klopft, sind sie selbst. Das sind all ihre verdrängten Gefühle, alle nicht gelebten Sehnsüchte, alle nicht gelebten Talente und Charakterzüge. Alles was gelebt werden wollte, aber nicht durfte. Es ist diese Hingabe, das Fühlen, das Herz, die Leidenschaft, die Ekstase, das was die Seele der Menschen heutzutage sich ersehnt. Und die soll ab jetzt einen Platz in ihrem Leben haben.

Viele von uns suchen ihr Herz draußen in der Welt und nicht in der Brust. Das ist ein Grund für den starken Drogenkonsum und für jede Art von obsessivem Verhalten, die zum Rausch führt, welches wir überall sehen. Wir suchen die Realität außerhalb der Kontrolle unseres Verstandes. „Sucht“ langsam gesprochen hat was mit Suchen zu tun. Was such(t)en wir? Unser Herz. Wo suchen wir? Nicht, da wo es ist. Wir wollen es nicht wirklich finden. Denn da wo das Herz ist, sind leider auch die Schmerzen. Da sind die Drogen ein verführerisch bequemer Ausstieg.

Einige die zu mir kommen wissen, was da in ihnen los ist. Viele haben schon einige Jahre Therapie und Studium der Heilung und Spiritualität hinter sich. Sie wissen alles über das Feuer, aber sie haben noch nie damit gekocht. Der Grund ist eben diese Angst. Und dann sagen sie soetwas wie: „Ich habe Angst mich diesem Gefühl hinzugeben, weil ich nicht weiß was dann passiert.“

Ich kann verstehen, warum die Menschen sich von der Hingabe scheuen: Sie scheuen sich vor den Veränderungen, die sich daraus ergeben werden.

Wer sich einmal Hingegeben hat, der öffnet den Kanal zu seiner inneren Wahrheit. Der hört sich wieder. Der fühlt sich wieder. Wer dieses Gefühl auch nur ein einziges Mal erfährt wird es nie wieder vergessen können. Fortan wird dieser Mensch Wahrheit von Lüge unterscheiden können.

Das kann ein Problem werden, wenn ein Mensch beispielsweise Jahrzehnte seines Lebens die Zähne zusammen gebissen hat, um eine Rolle im Leben zu spielen, die ihm gar nicht gefällt oder nicht zu ihm passt und darauf ein „Gebäude“ errichtet hat: Wir haben jemanden geheiratet, der nicht zu uns passt und mit ihm eine Familie gegründet. Wir leben seit Jahren in Knechtschaft durch einen Kredit für ein Haus und bezahlen den Kredit mit einem Job zurück, den er uns krank macht. Unser soziales Umfeld kauft uns seit Jahren unser gelogenes Lächeln ab. Innerlich sind wir kaputt. Niemand will wirklich wissen, wie es uns geht. Wir haben unser ganzes Leben auf andere gehört und für andere gelebt. Wir sind mitten in diesem „Schauspiel“ und alles wird von dem Schauspiel getragen. Und plötzlich hören wir etwas von „Hingabe“, „Loslassen“, „der inneren Wahrheit“, etc. In einem Bruchteil einer Sekunde kann sich unser Verstand die Kaskade von Konsequenzen ausmalen, die das Konzept der „inneren Wahrheit“ mit sich bringen würde, wenn wir dem nachgehen würden. Der Verstand mag unvorhersehbare Veränderungen nicht, denn er will ja Kontrolle haben. Unser Verstand zieht unsere Aufmerksamkeit von dem Gedanken an die Hingabe weg und richtet es auf etwas anderes. Es verdrängt das Herz und seine Sehnsucht wieder in den Schattenraum – eine jahrelang ausgeübte Praktik.

Wenn wir uns vor Hingabe fürchten, kann es daran liegen, dass wir in unserer aktuellen Situation keine Kapazitäten haben, unserem inneren Ruf, unserer Sehnsucht nachzugehen. Deshalb kommen zu mir oft Menschen, die diese ganze „Show“ schon hinter sich haben oder aus irgendeinem anderen Grund einfach frei sind zu machen worauf sie lust haben. Die sind bereit für Veränderung.

Ich dachte auch immer wir tanzen nur und konnte deshalb nicht verstehen, warum manche Menschen nicht zu mir kommen, obwohl sie es wollen. Jetzt verstehe ich es: Es würde die Perspektive mancher Menschen auf ihr Leben verändern.

Spiritual Healing Body Techno Shamanic Festivals 2020

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Gedankennotiz: Leben vor dem Tod

„Der Tod meines Freundes erinnert mich wieder daran, dass das Leben endlich ist. Plötzlich wird mir klar, wieviele Jahre ich meines Lebens damit verbracht habe, eine Festung mit dicken Mauern auf einer schwebenden Seifenblase zu errichten.“

Gerade hat mich die Nachricht erreicht, dass ein Freund von mir gestorben ist. Diese Nachricht hat mir etwas ins Bewusstsein gerufen, dass ich vergessen hatte: Auch meine Uhr tickt.

Jahrelang hatte ich keinen Kontakt mit meinem Freund, weil ich seine Existenz als selbstverständlich hingenommen habe. Er war ja immer erreichbar.

Ich hatte ein leichtes Trauergefühl, aber konnte nicht genau erfassen was es ausgelöst hat. Sein Tod kann nicht der Grund der Trauer sein. Schließlich hat mich seine Existenz all die Jahre nicht besonders interessiert. Wir mochten uns und hatten Spaß wenn wir uns trafen, mehr aber auch nicht. Woher kommt dann meine Trauer?

Die Trauer ist eine Enttäuschung mir selbst gegenüber. Die Enttäuschung, durch den Tod meines Freundes zu realisieren, dass ich so viele Jahre meines Lebens nicht gelebt und nicht genossen habe, aus der Absicht, den Moment für die Zukunft zu opfern. Wieviele Stunden habe ich mich gequält, um für die Zukunft zu arbeiten? Der Gedanke sich für die Zukunft etwas aufzubauen klingt erst Mal Vernünftig. Genau berachtet ist es aber nicht Vernünftig. Genau betrachtet richten wir unsere Aufmerksamkeit weg vom Leben, welches nur in Moment erlebt werden kann, und richten es auf eine Hypothese von der Zukunft, die mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht unsere Erwartungen erfüllen wird.

Wer für die Zukunft lebt, lebt quasi nie. Denn würden wir eines Tages in der Zukunft tatsächlich in der Situation wiederfinden, von der wir immer geträumt haben, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass wir wieder in eine noch fernere Zukunft blicken mit neuen Visionen von der Zukunft in der Zukunft. Wir schieben das Ziel gleichsam in die Ferne, sowie wir uns dem Ziel nähern. Dieses Streben ist also endlos. Hier kommt der Knackpunkt: Wir treten mit etwas Endlichem (unserer Lebenszeit) gegen etwas Unendliches an. Von diesem Geschäft profitieren wir nicht.

Hinzu kommt, dass das Leben alle Kriterien eines Glücksspiels erfüllt. Es gibt zu viele unbekannte und unkontrollierbare Parameter, die das Spiel beeinflussen und die Zahl der möglichen Spielzüge ist unüberschaubar. Alles was wir tun können ist es, uns ein Zukunftsszenario vorzustellen und hoffen, dass wir einigermaßen damit richtig liegen. Wir wissen es nicht, wir glauben und hoffen damit Glück zu haben.

Der Tod meines Freundes erinnert mich wieder daran, dass das Leben endlich ist. Plötzlich wird mir klar, wieviele Jahre ich meines Lebens damit verbracht habe, eine Festung mit dicken Mauern auf einer schwebenden Seifenblase zu errichten.

Warum neigen wir dazu lieber zu träumen, als im Hier und Jetzt zu sein?

Aus dem Fakt, dass das Leben nur im Hier und Jetzt stattfindet, lässt sich etwas völlig banales schlussfolgern: Auch den Tod erleben wir im Hier und Jetzt. Das der Tod uns im Hier und Jetzt ereilt, dessen sind wir uns unbewusst bewusst. Davor fürchten wir uns im Inneren. So wirklich will das keiner erleben und so flüchten wir alle mehr oder weniger vom Moment weg in eine Traumwelt hinein – in den Traum von der Vergangenheit oder der Zukunft.

Im Moment leben ist also nur ohne Todesangst möglich. Der Tod scheint ja (meiner Vorstellung nach) auch „früher“ zu kommen, wenn ich nicht für die Zukunft lebe: Wenn ich für den Moment lebe, würde ich keine Dinge mehr tun, die ich nicht mag und Dinge tun, die ich mag. Wahrscheinlich würde ich meinen Job kündigen und alles Geld was ich habe ziemlich schnell verbrauchen. Dann wäre ich ziemlich schnell pleite und wohnungslos. Ich würde ziemlich schnell alles verlieren was ich habe. Ich würde auf der Straße leben und beim nächsten Winter unter der Brücke erfrieren. Und so weiter.

Lieber früher oder später sterben?

Es scheint als könnte ich bestimmen, ob ich früher oder später sterben möchte. Angenommen ich sterbe früher, wenn ich im Moment lebe und ich sterbe später, wenn ich das Leben im Moment für das Leben in der Zukunft opfere. Da ja das Leben nur im Moment stattfindet bedeutet das im ersten Szenario, dass ich kurz gelebt habe und dann starb. Im zweiten Szenario bedeutet es, dass ich nie gelebt habe und dann starb.

Hier komme ich zur nächsten Illusion: Zeit. Für unser Herz ist doch nur relevant, wie wir Zeit empfinden. Das Zeitempfinden ist völlig relativ. Wenn ich im Arbeitsrausch bin, dann kann eine ganze Woche in einem gefühlten Augenzwinkern vergehen. Wenn ich im Regen auf dem Bus warte, kann eine halbe Stunde eine unerträgliche Ewigkeit werden. Wenn ich meditiere, habe ich den Eindruck das Ticken der Uhr wird immer langsamer, je mehr ich meine Aufmerksamkeit auf den Moment richte. Es scheint also, je mehr ich meine Aufmerksamkeit auf den Moment richte, umso langsamer vergeht die Zeit. Je mehr ich meine Aufmerksamkeit vom Moment weg hole, umso schneller vergeht die Zeit. Ob etwas lange dauert oder nur kurz ist abhängig davon, wieviel Aufmerksameit ich auf den Moment richte.

Was ist also ein langes oder kurzes Leben?

Es kann also sein, dass jemand der 5 Jahre im absoluten Moment gelebt hat und starb, tausendfach mehr in seinem Leben erlebt hat, als ein Mensch, der 50 Jahre nicht im Moment gelebt hat und starb. Somit hat der, der 5 Jahre gelebt hat, praktisch länger gelebt, als der der 50 Jahre lebte. Das ist einer der Irrtümer, denen unser Verstand folgt.

Egal welches Szenario ich mir ausdenke, mit oder ohne Vorbereitung auf die Zukunft, ich muss sterben. Das ist bekannt: Jeder stirbt irgendwann. So wie kürzlich Freund.

Außerdem bedeutet das Leben im Moment nicht automatisch, dass man weniger Jahre lebt. Vielleicht bewirkt das Leben im Moment psychisches Wohlbefinden, was folglich körperliche Gesundheit erzeugt. Das wiederum führt zu mehr Lebenskraft, welche wiederum zur Tatkraft wird, wodurch der körperliche Tod möglicherweise eher unwahrscheinlicher wird. Vielleicht macht die Risikobereitschaft den körperlichen Tod doch wieder wahrscheinlicher und führt einfach nur dazu, dass man am Ende gesund und glücklich stribt? Ich weiß es nicht. Aber ich möchte mich für den Moment entscheiden.

Dann käme ich zu der Frage: Wenn ich ab jetzt im Moment lebe, was würde ich dann anders machen als bisher?

Ich würde

  • weniger zögern und schneller Entscheidungen treffen
  • nicht nach materiellem Besitz streben
  • nicht an materiellen Dingen haften
  • nicht dem Geld hinterher rennen
  • meine Ansprüche herunter schrauben bis auf „Ich freue mich, dass ich Atmen kann.“
  • nichts tun oder tanzen
  • meditieren statt denken
  • lange Spaziergänge in der Natur machen
  • langsamer gehen
  • langsamer essen

Das wäre jetzt was mir so ad-hoc dazu einfällt. Da wirds noch mehr geben.

Ruhe in Frieden lieberVedad, ++19.10.2019. Danke, dass du mich an das Leben vor dem Tod erinnerst.

Unleash the beast

Mein ganzes Leben den Eindruck gehabt, ich bin zu viel für meine Mitmenschen. Ich kann gelebte Lügen nicht ertragen. Ich kann fünf nicht gerade sein lassen. Habe immer wild und frei gelebt. Lag aber daran, dass die anderen nicht in ihrer Kraft waren. Konnten nicht standhalten. Du bist intensiv. Das Feuer in mir hat vielen Frauen angezogen, wollten was davon haben, aber dann haben sich bei mir verbrannt. Sie sagen, sie können den Teufel in meinen Augen sehen. Ich darf nicht existieren, wie ich bin. Ich verletze Menschen. Obwohl ich versuche ein guter Mensch zu sein, sind meine Makel wohl eine zumutung für die Welt. Vielleicht wäre es besser ich wäre nicht da. Authentisch sein ist ein Zustand den man immer wieder verteidigen muss.

Was sie den Frauen erzählt haben

Du kannst nicht alleine gehen. Du brauchst einen Mann. Wer nicht alleine gehen kann, der kann nicht er selbst sein. Wer nicht er selbst sein kann, tötet sich selbst. Depression, Arme Ritzen. Darfst deine Lust nicht ausleben. Vagina ist böse. Wilde Frau ist Hexe.

Hemmende Gedanken

Die Gedanken klingen ungefähr so: Ich fühle mich gehemmt. Ich bin nicht wirklich frei. Ich weiß aber auch nicht was passieren würde wenn ich mich frei fühlen würde. Ich weiß nicht was passiert, wenn ich mich mal nicht zurück halte.

Nichts als Ärger

Es gibt immer wieder Ärger. Es wirft einen immer wieder aus der Komfortzone.

Was bedeutet es Wild zu sein

Wild sein: Wir denken immer, das bedeuet alles zu machen wa man will. Das stimmt nicht. Wildkräuter, wilde Tiere, Wildnis… Wild leben bedeutet nichts anderes als im Einklan mit der Natur zu sein. Natur ist aber auch Symbolisch zu verstehen. Im Einkllang mit deiner Natur.

Frei machen

Vor dem frei Sein, kommt erst mal das frei machen: Chaotisch Tanzen, Konventionen Sprengen, Konventionen müssen Zerstört werden, Hässlich Tanzen, Grotest Tanzen, Richtig scheiße Tanzen, off Balance, Unkontrolliert, Feuer machen, Taumel, Kopf schütteln, Monotonie, Immer das gleiche machen, Verbotene Emotionen frei lassen: Trauer, Lust, Ärger, Wut, das Beast, Augen zu machen, Alleine gehen können „Ich gehe den Pfad alleine“.

Wie komme ich da rein

  • Generell: Hingabe aktivieren. Ausatmen und dabei los und fallen lassen. Mit Off-Balance spielen. Als Paarübung: An der Hand nehmen, sich gegenseitig durch den Raum führen. Einer hat die Augen geschlossen und lässt sich führen.
  • Mut aktivieren. Mut zur Hingabe. Mut ins Unbekannte (unbekannte Gefühle) zu springen. Keine Angst vor dem inneren Biest.
  • Beckenbewusstein aktivieren. Becken sitz der Sexualität, der Emotion, der Ur-Emotion (Ur-Vertauen), in der Evolution ältestes Körperteil, Schambereich (Schambein, Schamhaare, etc.), Schattenbereich/Tabuort (Ge-Schlecht), Sitz des langsam schwingenden Wurzel-Chakras, Quelle der Lebensfreude / Libido. Becken Bewegen. Scham überwinden. Wirbelsäule mobilieren. Die Hüfte initiert alles!
  • Stimme aktivieren. Stöhnen. Gelassen ausatmen: „Hmmmmm“ mit Ton. Schreien erlauben. Schreien ist auch Tabu.
  • Wut triggern. An etwas denken, dass einen wütend macht oder ärgert. (Evtl. zweite Person nötig.)
  • Sexualität aktivieren.
  • Feueratmung
    Wie aus dem Yoga bekannt. Gut luft holen. Ein- und Ausatmen. Sauerstoff atmen um das innere Feuer zu beatmen.
  • Hunde Knurren
    Grrrrr.. Oberlippe nach oben ziehen.
  • Grimassen scheiden. Fratzen schneiden.
    Peitschende Bewegungen
    Schütteln, Rütteln, Headbanging, off Balance
  • Power-Moves von IntensI
    Aus dem Weg, Falsches Ego aus dem Kopf in den Boden geben. Side-Kicks.
  • Feuer Musik
    Metal, Grind Core
Fördert die Kali-Energie

Gedankennotitz: Wir wissen nichts, wir können nur glauben.

Ich spreche nicht von einem bestimmten religiösen glauben, sondern vom glauben an sich. Das glauben an irgendetwas. Denn niemand weiß was die nächsten paar Jahre passieren wird. Niemand weiß wohin sich die Welt entwickelt. Die Prozesse die in dieser Welt am wirken sind sehr mächtig und ihre Auswirkungen und Verstrickungen ineinander sind für keinen Menschen mehr zu überblicken.

Jede Vorstellung, wie die Zukunft aussehen könnte ist nur eine Vermutung die zutreffen oder daneben liegen kann. Es ist nicht möglich alle Informationen zu sammeln und alle möglichen Szenarien zu durchdenken, um eine sicheres Ergebnis zu erhalten.

Es ist ein Glücksspiel

Es ist immer ein Glücksspiel mit Risiko.

https://de.wikipedia.org/wiki/Unberechenbarkeit_(Spieltheorie)#Ursachen

1. Unberechenbarkeit

Es gibt zu viele unbekannte Parameter, die den Spielverlauf beeinflussen können, um alles zu berechnen.

2. Unzählige kombinationen von möglichen Zügen

„Die Sequenz der Spieleraktionen, von denen eine einzelne als Zug bezeichnet wird, kombinieren sich zu einer meist großen Zahl von Zugfolgen, wodurch das Ergebnis einer Partie de facto unvorhersehbar wird. Spiele, bei denen die Ungewissheit ausschließlich auf diesem Phänomen beruht, werden als kombinatorische Spiele bezeichnet.“ – Wikipedia

3. Unterschiedlicher Informationsstand der einzelnen Spieler

„Eine weitere Ursache der Unberechenbarkeit beruht auf unterschiedlichen Informationsständen der agierenden Spieler, wie sie durch verdeckte Karten, verdeckt bleibende oder simultane Züge zustande kommen. Spiele, deren Ungewissheit vorwiegend von unterschiedlichen Informationsständen herrühren.“

Worauf ich hinaus will ist: Was wir als nächsten tun beruht auf reinem Glauben an eine Wirklichkeit von der wir ausgehen könnten, dass ihr Wahrheitsgehald wahrscheinlich gering ist.

Gedankennotiz: Kunst und Natur

Richard Williams

Richard Williams: „Space is your collaborator.“ Tanzstudio ist künstliche Umgebung. Bewegung im Studio trainiert führt zu künstlichen Bewegungen. Bewegung wird Kunst. Der Praktizierende wird Künstler. Umkehrschluss: Wald ist natürliche Umgebung. Bewegung im Wald führt zu natürlichen Bewegungen. Bewegung wird Natur. Der Praktizierende wird Natürler(?). Wild bedeutet: mit der Natur verbunden. Wilde Bewegung. Der menschliche Bewegungsapparat in einer natürlichen Umgebung. Bewegung als Antwort auf natürliche Probleme: Fortpflanzung, Fressen, Gefressen werden.

Tanzen ist Lösung auf künstliches Problem. Gibt es Tanz ohne künstliches Problem?

Back to nature

Elemente der Natur: Stille, Pflanzen, wenige Säugetiere, viele Insekten, viele Vögel. Wetter. Temperaturveränderungen, Regen, Sonne, Mond, Sterne, Wind, Schnee. Seen, Wälder, Berge, Wüsten. Kann nicht mehr über den Boden gleiten. Brauche dicke Klamotten im Winter. Brauche Schatten eines Baumes im Sommer. Ameisen und Zecken auf dem Boden. Pilze im Herbst. Ungemütlich. Keine Stühle keine Tische keine Betten keine Wände. Musik: Vogelzwitschern, Rascheln, Zirpen, Summen.

Beobachter ist man selbst. Musik kommt von innen. Lauschen nach innen. Ganz von vorne anfangen. Basics! Aus dem Denken ins Fühlen gehen. Im Moment sein.

Natur ist Unabhängigkeit

Brauche kein Studio mehr. Kann zu jeder Zeit praktizieren. Komme in Kontakt mit Natur (Meiner eigenen Natur? Natur des Lebens?)

Trainigsjournal

  1. Test: Meditation passt. Die Stille im Wald. AUM. Unhörbare, aber fühlebare Laute. A Chi von außen über verschiedene Körperbereiche „einsaugen“. Einatmen. U Nach innen Spüren. Luftanhalten. Körperhaltung korrigieren bis wohliges Gefühl. M „collabieren“, loslassen, zurück treten, jenseits von aussen und ihnnen. Ausatmen. Manchmal bei M Sauerstoffwelle erreicht Gehirn. Gleichgewichtsverlust. Möglichkeit Ohnmächtig zu werden.

    Meditation mit Gesten unterstützen. Mit Körperhaltung unterschtützen. Mit Körperhaltung die Konzentration lenken. Vermute mit den Ursprungen des Chi Gong in kontkt gekommen zu sein. Vermute Tanzen in der Natur wird sich in Richtung Chi Gong entwickeln.

Neue Bewegungen entdecken

Was kannst du tun, um neue Bewegungen zu entdecken? Es kommt immer wieder vor, dass du eine „Schleife“ gerätst. Deine Art, wie du dich bewegst wiederholt sich ständig und du hast das Gefühl es kommt nichts neues dazu. Wenn das so ist, dann mache das:

Abstraktion

Sieh dich in deiner Umgebung um. Betrachte Objekte wie Schränke, Stühle, Bäume, Gebäude, etc. Stelle dir vor, was du siehst ist nur eine Momentaufname (Foto) von einem fließenden Prozess, von etwas das in Bewegung ist. Versuche dir Vorzustellen es ist eine riesen Party, es läuft Musik und alles tanzt. Wie bewegen sich die Objekte? Welche Körpergefühl hat diese Objekt? Dann Versuche das irgendwie in deinem Körper nachzuempfinden und in Bewegung auszudrücken. Vermutlich wirst du das Gefühl haben, dass du nur Ansatzweise das so ausdrücken kannst, wie du es dir vorstellst. Sei nicht frustiert. Jede noch so kleine neue Erfahrung ist sehr wertvoll. Es geht nicht darum eine Idee vollständig auszuarbeiten. Das kannst du später tun. Diese Übung dient nur dazu neue Türen für einen Spalt zu öffnen.

Angenommen dieses Foto wäre nur eine Momentaufname. In Wirklichkeit ist das eine Party und alle Objekte auf dem Bild tanzen durch die Gegend. Stelle dir vor es läuft Musik. Wie würden sie sich Bewegen? Welches Körpergefühl hätten sie? Stelle dir unterschiedliche Szenarien vor: Es läuft etwas Wildes (Techno/Metal). Es läuft etwas melancholisches (Chello). etc.

Handicap

Wenn du merkst, du wiederholst dich in deinen Bewegungen, dann verbiete dir einfach diese Bewegung. Angenommen und stellst fest, dass du ständig mit dem rechten Arm tanzt. Dann steckst du deine rechte Hand in die Hosentasche und hälst dich am Stoff fest, sodass sich der Arm sich nicht mehr richtig bewegen kann. Du tanz einfach weiter, aber erinnerst dich stets daran, dass du alle anderen Körperbereich bewegen darfst, außer den rechten Arm. Du kannst auch einen Schritt weiter gehen und dich darauf fokussieren, nur mit den Körperteilen/-bereichen zu tanzen, in denen du das wenigste Körpergefühl hst. Angenommen du stellst fest, dass stark im Ausdruck mit den Armen bist, aber in den Beinen kaum Feeling hast, dann nimm die Arme hinter den Rücken, greife dich selbst am Handgelenk und drücke dich nur in den Beinen aus.

Der pure Protest

Das ist eine sehr sehr wichtige und mächtige Übung! Ich empfehle dir sehr dich damit zu beschäftigen. Ich gehe davon aus, dass du dich beim Training in einer Umgebung befindest, wo du sowas machen kannst: Was sehr beim Tanzen hindert, sind Blockaden wie falsche Scham, Perfektionismus, falsche Erwartungen, Klisches, etc. Dadaurch werden ganze Bewegungswelten negativ beurteilt, bevor sie überhaupt betrachtet wurden. Riesige Mengen an möglichen Bewegungen werden nicht genutzt, wegen einer falschen Annahme. Widme dich einige Zeit lange im Training folgender Übung: Stelle dir vor es gäbe zwei Versionen von dir. Eine total freie Version und eine verklemmte Version. Versuche so hässlich wie du nur kannst zu tanzen. Einfach richtig scheiße tanzen. Stelle dir vor es würden dich Leute beobachten. Unter ihnen ist die verklemmte Version von dir. Schlüpfe in die Rolle der freien Verson von dir und versuche dich so zu bewegen, dass jeder der Zuschauer (insbesodere die verklemmte Version dir, die dir zuschaut) dich für völlig behindert hält. Versuche alles zu geben, um eine möglichst groteske, widerliche, peinliche Figur abzugeben. Fühle dich dabei komplett frei und ungehemmt. Stelle dir vor die freie Version von dir tanzt so peinlich, dass die verklemmte Version von dir sich für sie fremd schämt. Stelle dir vor wie dein freies Du damit nicht mehr aufhört und nur noch extremer wird, sodass sich im verklemmten Du sogar schon Wut und Agression gegen das freie Du regen. Der Grund warum so etwas Agression in dir erregen kann, ist weil du einem wunden Punkt in dir triffst. Es ist die Freiheit die du dir selbst verbietest. Versuche genau darauf zu zielen. Sei die perinlich tanzende Person, die die verklemmte Version von dir zum explodieren bringt. Protestiere gegen geltende Konventionen. Einfach ausgedrückt: Tanz einfach mal so scheiße wie du nur kannst. Du knackst Türen auf dabei und ganze Bewegungswelten sind wieder zugänglich. Welten die voller Schönheit und Tiefe sind.