Frank Lee’s Flow-Trigger

Leidenschaft und Sinnhaftigkeit des Tuns

Dies ist meiner Meinung nach einer der schwierigsten Herausforderungen: Ein tief gefühltes Wissen über die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns zu entwickeln. Für mich Verändert sich dieses Motiv ständig, manchmal sogar innerhalb einer Trainingseinheit mehrfach. Als Teenager hat mich die Anerkennung meiner Klassenkameraden motiviert. Dann ging es ums Geld, dann um die Frauen, dann um die Fitness, dann ging es um Selbstverwirklichung, dann der Glaube an eine höhere Macht. Oft trainierte ich aus Langeweile und heute übe ich mich darin es einfach für den Moment und nur für mich zu machen, ohne Zuschauer, was mir in vielen Situationen sinnlos vorkommt.

Aber ich habe mir oft Frauen vorgestellt. Zu Beginn sah ich darin ein Fahrzeug, welches mir dazu verhalf Grenzen zu überwinden und Brücken zu bauen. Natürlich ging es auch darum meine Lust zu stillen. Später aber, mit der Erfahrung von Enttäuschungen, und abgklingender Fleischeslust sah ich darin einen Dienst an der Frau. Ich verstand das Frauen noch viel mehr sind, als das was ich von ihnen kannte und wie schwer sie es manchmal haben und wie tapfer sie dabei sind. Und ich verstand, das Frauen und Männer sich gegenseitig brauchen und Verantwortung einander gegenüber tragen. Ein guter geistiger und körperlicher Zustand, also Gesundheit auf allen Ebenen, hilft allen. Also habe ich mich meinem Körpergefühl hingegeben und weiter trainiert. In meinen Bemühungen sah ich in meiner Arbeit ein Zeichen der Verehrung und Ergebenheit gegenüber dem Weiblichen. Das lässt mich Sinnhaftigkeit in meinem eigenen Tun erkennen.

Gefahr

Auch die Gefahr hilft mir immer wieder mich selbst zu übertreffen. Dabei gibt es verschiedene Qualitäten der Gefahr. Beispielsweise für einen Selbstständigen: immer die Finanzielle und damit auch Existenzielle Gefahren. Für mich liegt aber auch ein großer Schrecken in der Vorstellung, mein Leben nicht voll ausgekostet zu haben, und die Zeit meines Lebens sinnlos verstreichen zu lassen. Was mir auch Angst macht, ist das Gefühl fremdbestimmt zu leben. Dies sind meine Schreckensmotive, die mich dazu bringen aktiv zu werden. Die Aufgabe ist klar: Flow oder stirb.

Und das Sterben hat in der „Embodiment Practise“, das was ich praktiziere, eine lustigen Qualität. Beispielsweise beim Handstand. Der Handstand ist eine Lebensform für sich. Wenn ich alles richtig mache, dann lebt das „Handstandwesen“ und ich stehe gut auf meinen Händen. Wenn ich mich aber ablenken lasse, dann bricht die Struktur zusammen, das Handstandwesen „stirbt“ und ich muss wieder auf meine Füße kommen. Auch hier ist die Aufgabe: Flow oder stirb.

Beim Tanzen ist das Lebewesen der Flow an sich. Ich spüre wenn ich ihn habe und es ist immer ein Geschenk des Himmels, denn Flow kann man nicht Kontrollieren, soll man auch nicht, der Flow soll ja den Tänzer kontrollieren.

Gier

Gier ist Fluch und Segen, und es gibt so viele davon. Bei mir ist es die Neugier, die mich immer wieder dazu antreibt in Bewegung zu kommen. Natürlich hat es auch den Nachteil, dass jeder Ort, jedes Ding, jede Gewohnheit, schlichtweg alles, was wiederholt in Erscheinung tritt, irgendwann nicht mehr interessant ist. Die Gier ist der Motor der Veränderung bei allen Lebewesen.

Ich mag es nicht, mich selbst beim tanzen zu langweilen. Ich bin kritisch mit mir selbst, ich weiß, wann ich schummle und wann nicht. Ich versuche meine eigenen Bewegungsmuster zu verändern, wenn ich erkennen kann, dass ich aus Komfort in Automatismen hängen geblieben bin. Dann erlaube ich mir eine weitere Wiederholung der Bewegung nicht mehr und zwinge mich innovativ zu werden.

Tiefes Embodiment

Das ist der Moment, wo das Bewusstsein völlig mit dem Körper verschmilzt, etwa beim Sport oder Tanzen. Das ist der Moment, wo du mit deiner Aufmerksamkeit 95% bei deinem Körper liegt. In dem Moment, verändert sich die Wahrnehmung von Zeit und Raum. 10 Sekunden können eine Ewigkeit werden und mehrere Stunden können wie ein Augenblick verstreichen. Das ist der Moment, wo sich ein Mensch nicht mehr mit seinem Intellekt identifiziert und die Erfahrung der Selbstauflösung macht – was nicht bedeutet, dass die MenschInnen automatisch tanzen, wie etwa bei den Apnoetauchern. Aber es bringt den Menschen sehr nah an den Flow heran.

Unvorhersehbarkeit

Wenn wir gespannt auf ein Ereignis warten, von wir nicht wissen, wann und wo es eintritt, dann ist unsere Aufmerksamkeit erhöht. Anders wäre es, würden wir wissen wann und wo ein Ereignis eintritt, dann brauchten wir der Sache nicht viel Aufmerksamkeit schenken. Deshalb ist Monotonie meines Erachtens nach, beispielsweise die der Mantren, der schamanischer Trommeln oder der Technomusik, eher dazu geeignet um den Geist zu hypnotisieren. Laut Wikipedia ist: (Hypnose (abgeleitet von altgriechisch ὕπνος hýpnos, deutsch ‚Schlaf‘) ist ein „Zustand künstlich erzeugten partiellen Schlafs in Verbindung mit einem veränderten Bewusstseinszustand.“)

Das sehe bei mir selbst. Ich genieße die Musik und möchte mich dazu bewegen. Meine Ratio schaltet sich nach einiger Zeit automatisch ein, und übernimmt wiederkehrende Bewegungen und spielt sie ab wie auf einer Schallplatte die in einer Dauerschleife hängen geblieben ist. Dann wird der Geist von der Monotonie der Bewegungen des Körper hypnotisiert. Ich bin hell wach und im Training, aber meine Kreativität kann mich nicht erreichen, ich bin ja hypnotisiert.

Unmittelbares Feedback

Wenn eine Handlung mit ihrer Wirkung nicht in Verbindung gebracht werden kann, zum Beispiel, weil sie zeitlich zu weit auseinander liegen, dann ist es schwer für den Geist ein Gefühl zu entwickeln, in welche Richtung weitere Aktivitäten gehen sollen. Beim Tanzen haben wir unmittelbares Feedback dadurch, dass sich eine Bewegung schon bei der Ausführung lebendig anfühlt oder eben nicht.

Im Körper ist dieses Feedback als Form des somatischen Genusses wahrnehmbar. Es ist der Genuss den ich in mir spüre, wenn ich mich strecke. Ich strecke und recke mich zufällig. Wenn ich eine Haltung finde, die sich gut anfühlt, dann bleibe ich bei ihr und Genieße das Gefühl solange es da ist. Dies ist der Zustand tiefsten Embodiments.

Überwindung

Der Flow kommt meiner Erfahrung nach oft, nach dem ich mich überwunden habe, eine Herausforderung anzunehmen, vor der ich mich gescheut habe. Beim Training erlebe ich oft, dass der Flow erst dann wirklich eintritt, wenn ich schon erschöpft bin und mich dann dazu überwinde weiter zu machen.

Wenn ich körperlich und geistig erschöpft bin, fällt es mir schwer mich weiter zu bewegen, das betrifft jedoch nicht den Fokus, der dürfte mit etwas Übung immer erreichbar sein. Jedoch ist hier eine Energie Ressource die ich gerne anzapfe. Und das ist eine Form der Gewalt, die sich Beispielsweise beim Gewichtheben zeug. Ich hole tief Luft. Ich beiße die Zähne zusammen. Ich halte die Luft an. Mein Kopf wird rot. Meine Adern am Hals explodieren fast. Ich manipuliere das Gewicht. Löse mich davon. Atme aus. Sacke zusammen. Bin zufrieden.

Warum sind die Frauen so wütend?

In meinen Kursen teilen meine SchülerInnen mit mir, wie ihre aktuelle Lebenssituation ist und wie sie sich darin fühlen. Der aktuelle Zeitgeist hat ein Fenster geöffnet, wodurch etwas ans Tageslicht kommt, dass schon sehr lange im verborgenen lebendig ist. „Die Frau“ erwacht und schüttelt ein veraltetes Rollenbild ab. Vielleicht war es für Groß- und Urgroßmutter gut „das brave Mädchen“ zu spielen, welches zuhause am Herd steht und die Kinder füttert. Heute ist das nicht mehr so und folglich verändert sich auch das Rollenbild des „Mannes“. Leider sind wir Männer in diesem Prozess scheinbar noch etwas träge. In diesem Video spreche ich davon, wie ich denke, wie die Neuausrichtung des Mann- und Frauseins aussehen könnte.

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Warum Frauen nicht tanzen dürfen

Music Credit: Sophie Hunger – There Is Still Pain Left (Laolu Remix)

Tanzverbote sind Werkzeuge der Unterdrückung. Wie zur Hexenverfolgung im Mittelalter, sind emanzipierte und selbstständige Frauen, für totalitäre Regime, wie es sie beispielsweise heute im Iran gibt, eine große Gefahr.

Das Ziel totalitärer Regime ist es, den Menschen eine bestimmte Lebens- und Denkweise vorzuschreiben. Je weniger ein Mensch selbstständig denkt und vergessen hat wer er ist, umso kritikloser nimmt ein Mensch diese Vorschriften an.

Wer tanzt, kommt in Kontakt mit sich selbst. Der Mensch fühlt sich selbst, weiß, wer er ist und was er wirklich braucht. Deshalb sind tanzende Menschen schwer zu manipulieren. Tanzen ist ein Katalysator für zivilen Ungehorsam und erschwert eine Diktatur.

In der gesamten Menschheitsgeschichte haben Diktaturen den Tanz verboten oder vorgeschrieben, wie Menschen tanzen sollen.

Der Legende nach entstand der irische Stepptanz während eines Tanzverbots. Steif wie ein Brett mit herabhängenden Armen tanzten die Leute mit den Füßen, weil die Polizei die Kneipen durch die Fenster kontrollierte und ihre Füße nicht sehen konnte.

In patriarchalen Diktaturen wie der im Iran (nicht nur dort) sind tanzende Frauen logischerweise so etwas wie „Fehler in der Matrix“.

Ich persönlich denke, dass es jetzt mehr denn je wichtig ist, dass Frauen den Zugang zu ihrem Körper zurückgewinnen. In Anbetracht der öffentlichen Kontrollmaßnahmen, die im Zuge der Pandemie installiert werden, bekommt das berühmte Zitat von Pina Bausch „Tanz, tanz, sonst sind wir verloren“ eine Relevanz von existenzieller Bedeutung.

Um gut zu tanzen müssen wir falsche Ideen verlernen

Music Credit: Zeca Veloso – Todo Homem (Nacho Varela & Cruz Vittor Edit)

Erwartungen schaffen Scham

Wir schämen uns, wenn wir die Erwartungen nicht erfüllen. Es ist ein Schutzmechanismus, der dafür sorgt, dass wir uns so verhalten, wie er gesellschaftlich akzeptiert und anerkannt ist. Da wir in einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft leben, spüren wir den Druck, in jedem Aspekt unseres Lebens großartige Leistungen zu erbringen und perfekte Menschen zu sein. Authentizität wird weniger akzeptiert als ein vorgetäuschtes makelloses Bild. Wir zahlen den Preis, indem wir mit unserer Seele in Konflikt stehen.

Der Mensch macht von Natur aus Fehler

Aber angesichts der Komplexität des Lebens auf der Erde sind auch Erwachsene nichts anderes als gealterte Kinder, die weiterhin Fehler machen und sich dumm verhalten. Die Erwartungen, die wir an uns haben, entsprechen nicht unserer menschlichen Natur. Wir müssen Verletzlichkeit und Fehlbarkeit verbergen.

Ausdrucksvolles Tanzen erlaubt kein Vortäuschen

In einem wettbewerbsorientierten Umgebung kann Täuschung ein Sprungbrett zum Erfolg sein. Aber wenn der Grund, warum wir tanzen, der Ausdruck ist, dann ist das Vortäuschen logischerweise das Gegenteil von dem, was wir suchen. Beim Ausdruckstanz geht es um Authentizität. Fortschritt kommt dadurch, dass wir die Idee verlernen, dass wir gut tanzen müssen und das Schamgefühl beseitigen, wenn wir versagen, Fehler machen und dumm aussehen.

Warum solltest du alleine tanzen?

Music Credit: Montoya – Iwa

Trainiere alleine und schau, wie dein Tanz aussehen würde, wenn du auf dieser Welt absolut alleine wärst. Wenn es niemanden oder nichts gäbe, mit dem du dich vergleichen könntest, wie würdest du dich wirklich bewegen? Was bedeutet großartiges Tanzen für dich, wenn es keine externe Wertschätzung oder Kritik gibt?

Alleinheit ist ein zeichen eines frischen, unschuldigen Geistes.

Das Üben alleine hilft dem Geist, sich klar im Spiegel zu sehen und sich von dem vergeblichen Streben nach Ehrgeiz mit all seinen Komplexitäten, Ängsten und Frustrationen zu befreien. Nur dann kann man seine eigene einzigartige, authentische Art der Bewegung entdecken.

Man verlässt sich auf Autoritäten, weil man Angst hat, allein zu stehen.

Stil ist etwas, das man einem nicht geben kann. Man muss es selbst herausfinden. Und um es herauszufinden, muss man Gesetz und Maß für sich selbst sein. Und deshalb kein Lehrer oder Vorbild – was bedeutet, keine Angst zu haben, ganz allein zu stehen.

Wer gerne alleine ist, der ist frei.

Die Ekstase des Tanzens kommt, wenn man keine Angst mehr hat, allein zu sein. Es kommt leise und eröffnet den Weg der totalen künstlerischen Freiheit.

Was ist Stil?

Music Credit: Bicep – Glue

Ein Ausdruck unseres inneren Wesens nach außen

Alles, was wir nach außen hin ausdrücken, spiegelt wider, was wir in uns tragen. Man kann nicht einfach sein Erscheinungsbild ändern, ohne seine Gedanken, Werte, Emotionen usw. grundlegend anzupassen.

Man kann vielleicht einen Stil für kurze Zeit nachahmen, aber es ist unmöglich, einen bestimmten Stil langfristig aufrechtzuerhalten, wenn der Stil nicht wirklich vom Künstler gelebt wird.

Stil ist die Art und Weise, wie etwas ausgedrückt wird

Beim Schreiben gibt es zum Beispiel viele Möglichkeiten, ein und dieselbe Information zu kommunizieren, aber wie die Information transportiert wird, ist der Stil.

Stil wird unbewusst wahrgenommen

Stil ist die Beziehung zwischen Symbolen. Es ist die verborgene Bedeutung zwischen den Zeilen.

Stil ist ein Indikator für Selbstachtung

Ein auffälliges Styling bedeutet, dass man sich um etwas gekümmert hat. Da Stil ein Ausdruck der inneren Welt des Künstlers ist, zeigt er, dass der Künstler in diesem speziellen Aspekt für sich selbst gesorgt hat.

Jede Bewegung hinterlässt eine Spur im inneren Auge des Betrachters. Daher kann jede Bewegung als Symbol gesehen werden. Ein Symbol enthält Attribute wie Proportionen, Einstellungen, Konnotationen usw. Wenn die Entscheidung eines Tänzers, bestimmte Attribute hervorzuheben, wahrnehmbar wird, beginnen die Symbole miteinander in Beziehung zu treten. Ein anderes Wort für diese Beziehung ist Stil.

Die letzten dreißig Prozent

Wenn Sie Flow-Bewegung üben, erhalten Sie häufig aus dem Nichts Ideen oder Gefühle für die Bewegungen, die Sie ausführen möchten. Nachdem Sie eine Bewegung ausgeführt haben, stellen Sie fest, dass Ihre Ausführung nur 70% der ursprünglichen Idee entspricht. Dies ist seltsam, insbesondere wenn die Bewegung für Sie überhaupt nicht physisch oder koordinativ herausfordernd gewesen wäre. Aus irgendeinem Grund vermeiden Sie es, dem Ausdruck die richtige Zeit und den richtigen Raum zu geben. Die Erweiterung Ihrer Freiheit, sich in diese ausgeschlossenen Räume zu bewegen, wird die Reise Ihres Lebens sein.

Die Struktur des verbotenen Raumes

Der Raum, den Sie nicht betreten, hat eine Struktur, die von Ihren Überzeugungen bestimmt wird. In der westlichen Gesellschaft wird das Becken beispielsweise als sündiger Ort angesehen. Damit ist Scham und Angst verbunden. In der deutschen Sprache heißt das Geschlecht „Geschlecht“, was von „schlecht“ abgeleitet ist, und das gesamte Gebiet wird „Schambereich“ genannt, was „Gebiet der Schande“ bedeutet. Frauen dürfen bis zu einem gewissen Grad mit Beckenbewegung tanzen, aber für Männer ist dies im Allgemeinen ein verbotener Ort. Für die meisten westlichen Männer ist das Becken ein Teil des Körpers, der völlig unbewusst ist. Es ist eine gedämpfte, fast nicht existierende Region. Wenn also eine Bewegung durch den Körper eines Mannes läuft und in die Beckenregion gelangt, würde der männliche Tänzer etwas tun, um das Becken zu umgehen oder die Bewegung vollständig zu unterbrechen.

Eine lebenslange Reise

Da die Hemmung der Beckenbewegung stark mit der westlichen Vorstellung davon verbunden ist, was ein Mann sein sollte, würde die Wiederherstellung der Bewegungsfreiheit des Beckens die Zerstörung und Wiederherstellung der gesamten Weltperspektive eines Mannes erfordern.

Meditation und Hypnose

Was ist Flow Movement?

Wir sagen, dass Flow ein veränderter Geisteszustand ist, in dem ein Mensch sich selbst verliert und eins mit seiner Aktivität wird. Flow-Bewegung tritt auf, wenn sich durch den Tänzer ein Strom von Bewegungen durch den Tänzer ausdrückt, ohne dass er darüber nachdenken muss.

Sieht aus wie Flow, ist es aber nicht

Von Natur aus möchte der Intellekt einen Weg gehen, den er bereits gegangen ist. Das heißt, beim Tanzen schlägt der Intellekt vor, Bewegungen zu wiederholen, die schon bekannt sind. Es ist verlockend, weil es sich sicher und bequem anfühlt, in der bereits bekannten „Welt“ zu bleiben. Wenn sich Bewegungen wiederholen, dann ist der Tänzer in einer Schleife gefangen. Dies produziert eine Art von Monotonie, die die Fähigkeit hat, wie der Rhythmus einer Trommel, einen Menschen zu hypnotisieren. Der Intellekt wird das Tanzen vollständig übernehmen und der Tanz wird ein Ergebnis von Automatismen. Der Tänzer könnte den Eindruck bekommen er würde „geführt“ werden und dies mit dem „Flow“ verwechseln. Aber das ist nicht der Flow, den wir als ekstatische Tänzer erreichen wollen. Automatismus ist eine Form des Schlafes und was wir wollen, ist kreative Trance, die das Gegenteil ist, nämlich höchste Wachsamkeit.

Der Intellekt ist nicht innovativ.

Es gibt einen Unterschied zwischen Evolution und Innovation. Evolution ist die Rekombination vorhandener bereits gelernter Bewegungen. Aber nur wenn Bewegungen auftreten, die völlig neu sind, die keine Rekombination oder Abwandlungen bereits bekannter Bewegungen sind, dann handelt es sich bei der Bewegung um eine Innovation.

Achten Sie auf Wiederholungen

Ein guter Weg, um zu verhindern, dass Sie in einer Schleife gefangen werden, besteht darin, ständig zu beobachten, wo Sie Ihre Bewegungen wiederholen. Natürlich müssen Sie Wiederholungen durchführen, um eine Bewegung zu trainieren, aber achten Sie darauf, dass Sie sie nicht wiederholen, weil sie sich gemütlich anfühlt. Erfinden Sie Ihren Stil und Ihre Bewegungsqualitäten immer wieder neu. Bemühen Sie sich, Ihre eigenen Muster zu brechen.

„Wenn du tanzt, schlägt dein Verstand vor, Bewegungen zu wiederholen, die du bereits kennst, und wenn du dies tust, wirst du mit einem Gefühl der Sicherheit und des Komforts belohnt. Selbst wenn dein Bewegungsablauf komplex ist, sich jedoch Elemente gleicher Qualität ändern, bist du in eine Schleife geraten. Du kannst dich in dem Strom der Bewegung verlieren, der für als ein Trance verwechselt werden könnte. Aber was tatsächlich passiert ist, ist, dass du dich selbst hypnotisiert hast, was eine ganz andere Sache ist.“

Liebe ist eine Religion

Definition von Glaube

Glaube ist: „das auf einer inneren Überzeugung beruhende Fürwahrhalten von Dingen, Erscheinungen, die objektiv nicht bewiesen sind“.

In allen Büchern die selbe Botschaft

Der Konsens aller spirituellen Lehren ist der: „Gott ist Liebe.“, „Die Liebe ist in deinem Herzen.“, „Gott ist in deinem Herzen.“, „Liebe ist die einzige Wahrheit.“, „Gott ist die einzige Wahrheit.“, „Gott ist in dir.“, „Alles ist Liebe.“, „Du bist Gott.“ und so weiter. Liebe, Gott und das wahre Selbst müssen den Beschreibungen nach, dasselbe sein.

Liebe = Gott = wahres Selbst

Wie an die Existent eines Gottes, kann man an die Liebe nur glauben. Sie ist nicht messbar, nachweisbar, definierbar. Wir haben es auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch: „Ich glaube an die Liebe.“

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Die Schuld vor dem eigenen Herzen

Schuld ist relativ

In unterschiedlichen Kulturkreisen zu unterschiedlichen Zeiten waren Dinge Tabu oder völlig akzeptabel. Ein Beispiel dafür ist die Knabenliebe im antiken Griechenland. Dort war die erotisch-sexuelle Liebe eines älteren Mannes zu minderjährigen Jungen gesellschaftlich legitim und gefördert. Sie war eine Praktik der reichen Oberschicht und wurde als Chance gesehen, für Jungen Bildung und Tugend von einem erwachsenen Mann mit hohem Ansehen zu erlernen. Heute ist das eine Straftat. Schuld ist also relativ.

Alltagspsychologisch gesehen ist das Opfer „gut“ und der Täter „böse“. Jeder Mensch ist aber beides, Opfer und Täter, doch sehen wir uns als Opfer, dann haben wir eine dünne haut, sehen wir uns als Täter sind wir sehr kurzsichtig. Als Täter schlüpfen wir gerne in die Rolle des Opfers und exkulpieren unsere Schuld auf andere. Meistens: Eltern, Lehrer und Kirche. Bei der Schuld entscheiden wir selbstgefällig und werden Hochmütig.

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